Die externe Prüfung beim Deutschen Astrologenverand DAV

sieht verschiedene Leistungen vor, die hier demnächst einzeln beschrieben werden. Wir fangen heute mit der schriftlichen Deutung eines Horoskops, die in Form einer Hausarbeit abgelegt wird. Im Folgenden haben wir für Sie ein paar Empfehlungen zusammengestellt, die sich zum einen an den Anforderungen des Prüfungsausschusses orientieren und zum anderen an typischen Fehlern, die es zu vermeiden gilt. Beachten Sie die folgenden Tipps, haben Sie gute Chancen auf eine erfolgreiche Prüfung.

Grundsätzlich haben Sie die Wahl: Sie könnten entweder das Horoskop einer Ihnen unbekannten Person deuten oder aber sich dazu entscheiden, sich mit dem Horoskop einer Prominenten Persönlichkeit auseinander zu setzen.

Anregung für die Radix-Deutung einer Ihnen nicht bekannten Person

Die ersten Punkte gelten sowohl für die Deutung der Radix einer unbekannten, als auch einer prominenten Person. Empfehlungen für den formellen Aufbau der Arbeit erhalten Sie per Brief vom DAV nach Ihrer Anmeldung. Er entspricht den Anforderungen, die Sie aus Ihrem Studium bei uns schon kennen.

  1. Stellen Sie ein möglichst klares Gesamtbild der Persönlichkeit dar, so wie Sie es aufgrund des vorliegenden Horoskops einschätzen. Führen Sie sich dabei noch einmal vor Augen, dass eine gute Prüfungsarbeit nicht durch akademisches Wissen entsteht, sondern vielmehr durch die Fähigkeit, Horoskope verständlich, differenziert und gleichzeitig synthetisch zu deuten. Lassen Sie sowohl ihr Fachwissen der astrologischen Symbolverknüpfungen einfließen, als auch Einfühlsamkeit und Verständnis für den Klienten und sein Schicksal.

  2. Seien Sie stets unvoreingenommen und offen, wenn Sie an ein Horoskop herangehen – überprüfen Sie sich selbst, ob dies der Fall ist. Vermeiden Sie Wertungen, Beschönigungen und Verharmlosungen herausfordernder Konstellationen. Seien Sie verständnisvoll, wenn aufgrund der Horoskopsituation leidvolle Erfahrungen möglich sind, und bieten Sie Ansätze für eine positive Umsetzung der in ihnen verborgenen Wachstumschancen. Lassen sie bei alledem auch eine gewissen Auseinandersetzung mit den Grundfragen zur menschlichen Existenz einfließen.

  3. Vermeiden Sie eine bloße Aneinanderreihung einfacher Kombinationselemente wie etwa Planet im Zeichen, Planet im Haus, Aspekt zwischen zwei Planeten. Arbeiten Sie vielmehr die Zusammenhänge des Horoskops in ihrer ganzen Komplexität heraus. Deuten Sie synthetisch, wägen Sie die Stärke der einzelnen Planeten oder die Verknüpfung eines Planeten durch Anwesenheit, Herrschaft oder Aspektierung ab, betrachten Sie das komplette Aspektbild bzw. die unterschiedlichen Aspektfiguren. Thematisieren Sie auch widersprüchliche Aussagen und stellen Sie die Persönlichkeitsdynamik dar, die daraus erwächst. Dabei geht es vorrangig darum, die wesentlichen Zusammenhänge und Lebensthemen in einem Horoskop zu erkennen. Hier ein Beispiel: Gehen wir davon aus, der Aszendent zeigt, wie der Mensch sich spontan verhält und welcher erster Eindruck man von ihm erhält. Sie werden sicherlich den Aszendent-Herrscher und, wenn vorhanden, Planeten aus dem 1. Haus mit ihren Aspekten einbeziehen. Wenn Sie zum Ergebnis kommen, dass der Horoskop-Eigner viel Sicherheit braucht, um sich optimal seiner Umwelt zu zeigen, dann sollten alle anderen Faktoren des Horoskops dies bestätigen. Wenn Sie Widersprüche entdecken, so sollten Sie sie an dieser Stelle ankündigen. Sie können dann später an anderer Stelle detaillierter darauf eingehen und die Problematik, die sich daraus ergibt, genau beschreiben. Mit anderen Worten verbinden Sie die Horoskop-Faktoren des Horoskops miteinander über die einzelnen Aspekten oder typische astrologische Verknüpfungen hinaus, sowie Sie es bei uns im Aufbaustudium gelernt haben.

  4. Sie sollten die Methoden und Fachbegriffe der klassischen Astrologie kennen und anwenden können – was teilweise im prognostischen Teil durch die Forderung bestimmter prognostischer Techniken abgedeckt wird. Darüber hinaus gilt aber in der Prüfung das Prinzip der Methodentoleranz. Das bedeutet, dass Sie in der gesamten schriftlichen Prüfung Methoden aller klassischen und modernen Schulen einsetzen dürfen wie zum Beispiel Halbsummen oder Harmonics, Hamburger Schule, Astrologische Psychologie der Huberschule (API), Münchner Rhythmenlehre (Döbereiner) oder vedische Astrologie. Wichtig ist immer nur, dass die verwendeten Schulen und Methoden nachweisbar sind, zum Beispiel durch entsprechende Literatur.

  5. Um unterschiedliche Entwicklungsniveaus zu berücksichtigen und das Thema der gedeuteten Konstellation beispielhaft zu erklären, sollten Sie für einzelne Konstellationen stets mehrere mögliche Entsprechungen und Konkretisierungen darstellen. Dies natürlich vor dem Hintergrund, dass die Deutungen vor allem als Möglichkeiten und Ihre persönlichen Mutmaßungen oder als begründete Wahrscheinlichkeiten zu verstehen sind und nicht als festgeschriebenes Schicksal. Machen Sie dabei auch unbedingt die Ableitung einer möglichen Manifestation aus einer Symbolverknüpfung deutlich.

  6. Fragen an den Horoskopeigner sind erlaubt und erwünscht, solange diese beantwortet werden und Sie die Hypothesen, die zu der Frage geführt haben, deutlich machen. Hier ein Beispiel: Wenn Sie zu einem Sonne-Mars-Quadrat die Frage stellen „Wie verfolgt dieser Mensch seine Ziele?“, entwickeln Sie dazu eine entsprechende Vorstellung von den möglichen Erlebnissen, die eine solche Konstellation mit sich bringt wie Verletzungen, Durchsetzungsstil und Lösungsansätze für einen adäquaten Umgang mit solchen Herausforderungen. Ordnen Sie das Gewicht dieser Konstellation außerdem mit Blick auf das Gesamtgefüge des Horoskops ein. Schauen Sie sich unsere Empfehlungen in der Lektion 8 unserer Grundausbildung. Von da an haben Sie fortan geübt, synthetisch zu deuten.

  7. Gedichte, Märchen und Tarotsymboliken können Sie gern zusätzlich einbringen. Diese sollten aber nur Ergänzung und Abrundung sein und nicht den Hauptteil der Arbeit ausmachen. Das gilt auch für Zitate aus astrologischen Büchern und Deutungsprogrammen. Geben Sie bei der Verwendung von Zitaten aus anderen Werken auch immer eine Quelle an.

Anregungen für die Hausarbeit über eine prominente Persönlichkeit

  1. Benennen Sie die Quellen für die Radix- und Biographiedaten, so dass deutlich nachvollziehbar ist, woher sie stammen.

  2. Beschreiben Sie astrologisch anhand der einzelnen Horoskopkonstellationen den psychologischen Hintergrund der Lebensereignisse. Machen Sie die psychologische Dimension eines künstlerischen Schaffens, die tieferen Beweggründe und Motivationen für charakteristische Verhaltensweisen und persönliche Brüche deutlich. Wenn Sie in der AstroPraxis studiert haben, haben Sie Auszüge aus solche Deutungen am Beispiel von Saint-Exupérys Horoskop, das ich ausführlich gedeutet habe, erhalten. Schauen sie Sie sich noch einmal an, und finden Sie Ihre eigene Herangehensweise.

  3. Achten Sie darauf, dass die komplexe Horoskopdeutung mit allen Facetten im Fokus Ihrer astrologischen Hausarbeit steht, nicht die Lebensgeschichte. Nacherzählungen eines Lebens mit astrologischen Randbemerkungen an prägnanten Stellen wie „Mond in H4“ beispielsweise entsprechen nicht den Vorstellungen der Prüfer von einer qualifizierten astrologischen Deutungsarbeit. Dies wäre zu eindimensional, es bleiben Fragen wie: Welche anderen Entwicklungsmöglichkeiten hätten sich noch aus den Konstellationen ergeben können? Auch dies ist sehr wichtig: Werfen Sie neues Licht auf Bekanntes. Zeigen Sie, dass Sie im Deuten sicher sind und wagen Sie, wenn nötig, Biografen zu widersprechen und neue Hypothesen aufzustellen. Am Beispiel vom Saint-Exupérys Horoskop leitete mich öfter eher die astrologische Deutung, als Meinungen der Biografen. Und das sind die Momente, in denen die Hausarbeit anfängt wirklich Spaß zu machen und dem Leser Neues schenkt.

  4. Beschreiben und interpretieren Sie die astrologischen Determinanten der Radix und machen Sie deutlich, wie sie sich im Leben der betreffenden Persönlichkeit widerspiegeln.

  5. Optimal wäre es, wenn Sie in Ihrem Text biografische Fakten und einzelne astrologische Konstellationen so aufführen, dass sie stets aufeinander bezogen werden können, sich wechselseitig ergänzen und einander erklären.

  6. Stellen Sie mindestens ein Jahr im Verlauf des Lebens der betreffenden Persönlichkeit genauer dar. Das entspricht der Minimalanforderung der Prüfungsordnung in Bezug auf die Metagnose. Besser und sinnvoller wäre es jedoch, wenn Sie mehrere Jahre darstellen, da sich tiefgreifende Veränderungen und biografische Wendepunkte oft über größere Zeiträume erstrecken, wie zum Beispiel bei einem Pluto-Transit, der je nach angelegtem Orbis über sechs bis zehn Jahre andauern kann.

Möchten Sie noch detaillierter zu diesem Thema Einzelheiten lesen? So finden Sie sehr präzise Hinweise darüber auf der DAV-Website

Wir empfehlen Ihnen folgende Literatur zu dieser Thematik: Kombination und Synthese. Die Kunst der Horoskopdeutung, Christoph Schubert-Weller, Astronova 2009.

Sie möchten die DAV-Prüfung ablegen und sind nicht sicher, ob Ihre Deutungen diesem Anspruch genügen? Wir stufen Sie gern ein. Bitte nehmen Sie einfach Kontakt mit Helen Fritsch auf!