2017 20 April

Der Solitär im Horoksop – unaspektierte Planeten leicht verständlich erklärt

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 Solitär im Horoskop – unaspektierte Planeten

Die Vorsilbe „un-“ suggeriert, dass dem Planeten etwas fehlt. Dem ‚unaspektierten’ Planeten fehlt aber gerade nichts, denn er genügt sich selbst!

Er stellt eine reine, unvermischte, klare Energie dar, wie ein Solitär. 

Ohne etwas Hintergrundwissen geht es nicht

Um sich ein schlüssiges Bild über einen nicht aspektierten Planeten machen zu können, ist etwas Hintergrundwissen notwendig. Man sollte sich in der Aspekte-Lehre (Winkel-Lehre) auskennen und in der Lage sein, Hauptaspekte von der Vielzahl möglicher Nebenaspekte zu unterscheiden. Wenn zwei Planeten im Hinblick auf ihre Grad-, Bogenminuten- und Bogensekunden-Zahl genau gleich stehen, bilden sie einen exakten Hauptaspekt, denn dieser ist genau durch 30° zu teilen. Dies betrifft also die Konjunktion (0°), das Sextil (60°), das Quadrat (90°), das Trigon (120°) und die Opposition (180°), die alle durch 30 teilbar sind. Daneben gibt es eine Fülle von Nebenaspekten. Unter ca. 18 möglichen Varianten sind das Halbquadrat (45°), das Anderthalbquadrat (135°), der Quincunx (150°) und das Halbsextil (30°) meiner Ansicht nach die wesentlichsten.

Mit unaspektierten Planeten ist ein flexibler Umgang angesagt ...

Horoskop, Opposition

Weiterhin ist es wichtig klarzustellen, dass die oben genannten Aspekte nicht in Stein gemeißelt sind. Denn in ihrer Anwendung sind sie das Ergebnis derjenigen Orben, die man ihnen zuordnet. Und was, bitte schön, ist ein Orbis? Es ist der Spielraum oder die Toleranzgrenze, innerhalb derer ein Aspekt gelten soll. Den Orbis definieren Astrologen oft sehr individuell. Orben stellen Erfahrungswerte von Astrologen dar, bei denen diese bestimmen, ob Planeten schon bzw. immer noch einen Aspekt bilden. Ein Beispiel: Wenn der Mond auf 18°30'45'' im Krebs steht, und der Mars auf 16°11'52'' im Steinbock, ist der Aspekt zwar nicht exakt, bildet aber immer noch eine (abnehmende) Opposition.

Die Handhabung unaspektierter Planeten hat sich gewandelt ...
Im Laufe der Zeit erhöhte sich die Anzahl der Aspekte, mit denen die Astrologen arbeiteten, besonde
rs in der psychologischen Astrologie. Dies entspricht dem Verlangen unserer Zeit, von allem immer mehr haben zu wollen! Man verspricht sich davon mehr Deutungsmöglichkeiten. Auf diese Weise lässt sich die Bedeutung von Aspekten aber leider gerade nicht besser erfassen. Es verhält sich oft genau umgekehrt – weniger ist mehr. Denn je mehr Faktoren wir in das Horoskop hineinpressen, desto nichtssagender wird es!

Es ist wie im realen Leben

Wenn ich im Supermarkt vor 50 verschiedenen Joghurt-Sorten stehe, vergeht mir der Appetit darauf. Allenfalls kaufe ich einen Joghurt ohne Geschmack, weil ich ihn pur genießen möchte. Ab einer bestimmten Grenze wehren wir uns gegen eine allzu große Vielfalt, die letztendlich bloß Unordnung und Überfluss produziert. Andererseits ist es schon nicht verkehrt mit mehr als nur mit den fünf ursrpünglichen Aspekte zu arbeiten. Es gilt nur Maß zu halten.

Fazit: Sind die Orben zu groß eingestellt und wurden alle möglichen Aspekte aufgenommen, so stiftet dies nur unnötige Verwirrung. Wir sollten also vorsichtig sein und die Orben nicht wie einen Fächer maximal öffnen, um  irgendwelche "Effekte" zu produzieren. Prüfen Sie also immer die jeweiligen Orben, halten Sie deren Größe in Grenzen und versuchen Sie, mit dem auszukommen, was sich Ihnen dann bietet. Mit wenigen Faktoren zu arbeiten, läßt sich leichter die  wirklich bedeutsamen Wesensmerkmale und Potenziale eines Menschen erkennen.


Abschließender Tipp:
Lernen Sie einen Planeten ohne Aspekte in seiner puren Gestalt zu lieben. Er benötigt keinen „Geschmacksverstärker”. Er ist nicht „traurig“, dass er alleine steht. „Besuch“ bekommt er dennoch genug, bspw. von den transitierenden Planeten. Das findet er sehr aufregend und kann dabei auch schon mal etwas überreagieren. Da wirkt er beinahe so aufgeputscht wie ein Pfau, der zur allgemeinen Bewunderung sein Rad schlägt.

 

Gelesen 202 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 20 April 2017 09:35
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