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THEMA: Depression im Horoskop

Re: Depression im Horoskop 9 Jahre 8 Monate her #2843

  • Anwen
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Hallo an alle

Ich halte Depression auch für etwas "Normales", eine natürliche Reaktion auf eine schwierige Situaion.

Hatte selbst viele Jahre damit zu "tun" würde ich heute sagen, früher hätte ich eher das Wort "kämpfen" benutzt. Die Depression, Ängste und ihre Auswirkungen hielten immer so lange an, bis ich hingeschaut habe, bis ich das wahrgenommen habe, was wahrgenommen werden wollte und dann gemerkt, dass sich kein Höllenschlund auftut und auch keine anderen schrecklichen Szenarien ablaufen.
Es blieb alles ruhig und ich selbst wurde ganz zu meinem Erstaunen auch innerlich ruhig. Die konkreten Probleme im außen und innen hatten sich nicht in Luft aufgelöst, aber ich hatte eine Art Frieden geschlossen, ihn wiedergefunden. Von dieser "befriedeten" Situation aus konnte ich dann ruhig und klar gute Entscheidungen treffen und sie nach und nach umsetzen.



Gerade die letzten Tage beschäftige ich mit meiner Mondstellung gerade auch zu diesem Thema und unterhalte mich mit anderen auch über ihre Mondstellung, wie sie ihre Gefühle empfinden und ähnliches, was dann sehr bereichernd für uns ist und z.T. Erstaunliches "ans Tageslicht" holt.

Welche Planeten betrachtet ihr wenn es darum geht zu schauen, mit welchen Ängsten oder schwierigen Gefühlen jemand viell. zu tun hat und/oder wie er damit tendenziell umgeht?

Lieb grüßend
Anwen
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Re: Depression im Horoskop 9 Jahre 8 Monate her #2842

  • bluemoon
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Hallo Ralf,

dein Beitrag gefällt mir sehr gut, sehr wahr und sehr weise."Ralf":1wynlz6q schrieb:
Ich glaube, es geht keinesfalls darum, kleine Lebensweisheiten zu geben, um den Schmerz besser ertragen zu können, wie du sagst. Nein, es geht genau um deinen hohen Anspruch - um Befreiung. Auch und in erster Linie vom Leid. Aber ich glaube, wir müssen uns als Lösungssucher selbst davon befreien, dass diese Freiheit mit einer Art Schönheitsoperation gelingt. Wir wünschen uns etwas, wollen es unbedingt, lassen uns betäuben mit dem Versprechen, das wir es erhalten werden, wenn wir nur unsere Souveränität an irgendeinen Onkel Doktor abgeben und wenn wir nach 3 Stunden wieder aufwachen, haben wir ein neues Gesicht, ein neues Leben. Was für eine Lüge . OK, manchmal sind selbst Lügen der einzige Weg.
Bei diesem Abschnitt fällt mir spontan "positives Denken" ein.
Das kann ja auch zu einer Philosophie und einer Bewegung werden, die impliziert, dass allein damit die Dinge zum Guten zu wenden sind.
Tatsächlich ist positives Denken, sind Affirmationen eine gute Möglichkeit, um in einem Prozess den Fokus anders zu richten.
Aber hier gilt, dass man nicht darin stecken bleiben darf - das wäre die Lüge - sondern, dass diese anders gerichteten Gedanken eine Hilfestellung darstellen, auf der Beschreitung eines neuen Weges zu sich selbst.

Hier sehe ich die Achse Haus 2 - Haus 8 berührt:
Es reicht nicht, sich Unterstützung von anderen zu holen (positive Denkansätze und Affirmationen gehen meist nicht von einem selbst aus, sondern sind von jemand anders geboren worden), um diese als Bollwerk gegen die eigene Krise aufzufahren.
Stattdessen ist es wichtig, mit diesen geistigen Umfokussierungen ausgestattet, sich seinen Krisen zu stellen, Transformation zu erleichtern und dann echte Verinnerlichung möglich zu machen.

Liebe Grüße an den Philosoph in der Tonne
bluemoon
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Re: Depression im Horoskop 9 Jahre 8 Monate her #2841

  • bluemoon
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Hallo Maike,
"maiqe@web.de":2lb0k1hu schrieb:
... sie kann hinweisen, dass wir nicht unser kniegelenk austauschen müssen, sondern uns gedanken über unsere geistige beweglichkeit, demut, angst und hemnisse machen sollten.
... und deshalb mag ich auch keine krankenkassen! im heutigen "gesundheitssystem" wird gar nicht versucht menschen zu heilen, es werden nur symptome bekämpft - sysiphos. was "krankt" wird herausgeschnitten oder unterdrückt, aber nicht geheilt.

Ja, ich habe auch so einen kleinen "Radikalo" in mir.
Jedenfalls habe ich häufig ein Problem, wenn ich mich an Schulmediziner wenden muss. Irgendwie komme ich mit deren Ansätzen nur ganz schwer zurecht und merke eben oft, dass am Symptom geklebt wird, oder - was noch schlimmer ist - eine Diagnose gestellt wird, die an meinen eigentlichen Bedürfnissen vorbei geht und das, was ich selbst bei mir wahrnehme, nicht unbedingt Berücksichtigung findet.
Aber ich schreibe "oft", es ist nicht immer so und Helen hat völlig recht, wenn sie schreibt, dass sich einiges ändert.

Aber um auf das Zitat einzugehen: Natürlich stimmt es, dass es nicht damit getan ist, ein Kniegelenk auszutauschen. Allerdings reicht es auch nicht, sich lediglich "geistige Beweglichkeit" zu verordnen.
Wenn das Knie seine Beweglichkeit eingebüßt hat, erhält es diese auch ab einem gewissen Grad an Erkrankung nicht mehr zurück und es bleibt bei immer unerträglicher werdenden Schmerzen, die kaum die Bereitschaft erhöhen, seinen eigenen Geist anders zu fokussieren.

Hier hilft nur, dass beides Hand in Hand geht:
Das Kniegelenk wird ersetzt, damit der Mensch wieder die Lebensqualität zurück erhält, um seinen Geist zu klären - hin, zu einer gesünderen inneren Ausrichtung und einem gesünderen Lebensrhythmus.

Zurück zur Astrologie:
Da haben wir sie wieder, die Achse Haus 6 - Haus 12!
Die Betrachtung von Körper und Geist gehört zusammen, nur so ist echte Gesundung und individuelle Heilung möglich!

Liebe Grüße
bluemoon
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Re: Depression im Horoskop 9 Jahre 8 Monate her #2840

  • fritsch
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Hi Maique,
ich würde nicht zu sehr über das Gesundheitssystem verallgemeinern. Es gibt sehr wohl Krankheiten, die ursächlich behandelt und geheilt werden. Man muss aufpassen, dass man es nicht so macht, wie die Gegner der Astrologie. Sie verstehen zumeist wenig von der Astrologie und wissen vermeintlich sehr genau, wie wir arbeiten und womit wir uns vornehmlich beschäftigen.
Es gibt nicht so wenige Ärzte, die sehr wohl mehr als nur Symptome bekämpfen. In vielen Krankenhäuser und Kliniken wurden Lehrstühle für Alternativmedizin eingerichtet. Es tut sich etwas, man muss nur etwas Geduld haben.
Richtig ist aber meiner Meinung nach, dass eine Erkrankung nicht nur etwas ist, was ganz und gar negativ ist. Es heißt, es "lohnt" sich, manche Erfahrung mit Erkrankung zu machen. Natürlich ist die Rolle eines Arztes zu behandeln und zu heilen. Ebenso auch Erkrankungen vorzubeugen. Dennoch geschieht es manchmal, dass eine Erkrankung seelisch "bereichert". Dieser Trostpreis sollte, finde ich, deutlicher formuliert werden. Und selbstverständlich ist und bleibt die Gesundheit erstrebenswert und es lohnt sich, alles dafür zu tun, um gesund zu sein.
Im Hinblick auf Depressionen teile ich deine Meinung und ginge sogar einen Schritt weiter. Ein bewährter Weg in die Depression zu geraten, besteht darin, sie zu vermeiden, also Angst vor Trauer, Schwäche und überhaupt Gefühle zu haben...
Viele Grüße
Helen
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Re: Depression im Horoskop 9 Jahre 8 Monate her #2836

  • maiqe@web.de
  • maiqe@web.des Avatar
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hallo ralf! & all star gazers!

aus meiner sicht der dinge, sprichst du etwas ganz wichtiges an.
ich glaube, in unserer zeit ist der sinn der krankheit und/oder krise verloren gegangen.
jeder versucht irgendwie immer gut drauf zu sein und gesund, leistungsbereit und offen für neues.
ich finde es schade, dass viele vergessen, dass es das eine ohne das andere nicht geben würde und es bedingt.
unser leben, unsere welt sehe ich gerne wie eine torte. die man ja unschwer erkennen kann, wenn man auf die radix blickt. die torte ist schön, wenn sie ganz ist.
nur ausgesuchte stücke oder zutaten zerstören das gesamtbild, was rund ist. und nur das mehl in den ofen zu stellen würde nichts schmackhaftes ergeben.

man könnte ja auch sagen: "ach, wie angenehm, ich bekomme eine grippe! ab ins bett, rückzug!" und gleichzeitig verbindet man sich mit all den menschen, die auch gerade eine grippe haben. "mensch, mein hals kratzt!", "ja, meiner auch!"
ich denke, jeder mangel macht auch kreativ. man verändert den blickwinkel.

und dieser fokus-wechsel ist die aufgabe der astrologie, nehme ich an.
dem gegenüber seine resourcen bewusst zu machen, türen zeigen, auf alternative wege hinweisen.
es gibt einen überschaubaren fundus an gefühlen, verhaltensweisen und ausdrücken. denke ich. im grunde ist die gesamte bandbreite für alle empfangbar und niemanden ist wirklich etwas fremd.
selbst wenn wir den mord an einem menschen betrachten. viele von uns werden schon getötet haben, und sei es nur eine fruchtfliege. das gemeinsame ist also das beenden eines lebens durch einen anderen. ob es nun besonders böse oder aber berechtigt oder gleichgültig ist, hängst nur von unserem wertesystem ab (z.b. kühe in indien und ihr stellenwert).
astrologie aber setzt alles in bezug zu einander, in einer umfassenden bildersprache. wir verbinden selbstausdruck/kreativität mit kindern, vertrauen mit skepsis und maseratis mit kastagnetten.
sie kann hinweisen, dass wir nicht unser kniegelenk austauschen müssen, sondern uns gedanken über unsere geistige beweglichkeit, demut, angst und hemnisse machen sollten.

und deshalb mag ich auch keine krankenkassen! im heutigen "gesundheitssystem" wird gar nicht versucht menschen zu heilen, es werden nur symptome bekämpft - sysiphos. was "krankt" wird herausgeschnitten oder unterdrückt, aber nicht geheilt.

also, auf die maseratis und kastagnetten!

lieben,
maiqe
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.

Re: Depression im Horoskop 9 Jahre 8 Monate her #2834

  • Ralf
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Hallo zusammen,

auf Anregung 'der Redaktion' stelle ich hier noch mal meinen letzten Beitrag rein, weil er, so denke ich, ganz gut zum Thema passt. Urprünglich hat er sich ja aus einem Austausch mit Frank Fichtenmüller ergeben, weshalb er z.T. in der direkten Anrede gehalten ist. Vielleicht ergibt sich daraus ja noch einmal ein anregender Austausch, möchte jemand etwas dazu schreiben oder fragen. Bin immer für neue Anregungen zu haben.

Krankheit ist ja nichts anderes, als das ein Mensch aus seinem inneren Gleichgewicht geraten ist. Die Ursachen können sehr vielfältig sein und es ist logisch, das der Klient sein Problem gelöst haben will, deshalb sucht er Hilfe und es ist auch richtig sich auf dieses Problem zunächst zu konzentrieren, denn das ist der sichtbare Ausdruck des Ungleichgewichts. Aber es ist nicht das zugrunde liegende Problem, sondern nur sein Ausdruck, sein Symptom, das muß man sich immer wieder klar machen. Es ist ein Stoppschild und Wegweiser zugleich, das besagt : Hey, so geht's nicht weiter, es muß sich irgendetwas ändern. Der Klient steht jetzt vor dem Stoppschild und kann die Schrift nicht lesen, weil sie kyrillisch ist oder japanisch. Er sieht einen Bauarbeiter und fragt ihn, ob er nicht das Stoppschild wegschaffen kann, damit er ohne Bußgeld über die Kreuzung fahren kann. Du bist jetzt der Bauarbeiter und wenn du schlau bist, holst du dir ein kyrillisches Wörterbuch, und wenn nicht, versuchst du das Schild aus dem Fundament zu schaffen. Ob das funktioniert, ist zweifelhaft und wird wahrscheinlich genauso lange dauern, wie die Entzifferung des Wegweisers. Was aber viel entscheidender ist : wenn du weißt, was auf dem Schild steht, dann wirst du dem Fahrer auch sagen können, wo's lang geht ! Der Fahrer will eigentlich immer nur gerade aus fahren, so wie bisher. Es kann aber sein, das der Weg zu seinem Ziel ganz woanders lang geht, ohne das er es weiß. Vielleicht muß er ja wieder rückwärts raus, weil er in einer Sackgasse gelandet ist oder weil sich 100 Meter weiter vor ihm ein Abgrund auftut. Wenn du den Wegweiser entziffert hast, kannst du ihm das mitteilen. Dann kannst du ihm sagen, das er rechts oder links abbiegen soll oder auch mit Vollgas und nicht mehr so halbgar geradeaus brettern. Je nachdem was da in kyrillisch draufsteht. Ich glaube auch nicht, dass es notwendig ist, ihm seine Situation ganz genau zu erklären, warum und wieso und weshalb er jetzt wie ein Ochs vorm Berg steht; (abgesehen davon, ob wir das das wirklich selbst wissen können) es kann sogar kontraproduktiv sein. Wenn er es wissen will, wird er dich danach fragen und dann können wir ihm unsere Sichtweise dazu mitteilen. Normalerweise, so denke ich, reicht es vollkommen, wenn er weiß, da oder da geht es weiter.

Was ich mit dieser Geschichte sagen will, ist, das der Patient oder Klient eine Vorstellung und einen Willen mitbringt, was sich ändern muß, damit es ihm wieder gut geht. Und das ist natürlich meistens die Symptomatik. Der gute Mediziner oder Psychologe weiß aber, dass der ganze Mensch krank ist und nicht nur sein Bein oder seine Frau, die ihn in einer Tour anschreit. Und deshalb richten sich auch sein Wille, seine Vorstellungen und seine Ansichten nach der Krankheit, die jetzt das Zepter übernommen hat. Wenn wir jetzt diesem Willen Folge leisten und ihm mit plutonischer Gewalt zur Durchsetzung verhelfen, dann ist die Gefahr groß, das sich das ursprüngliche Ungleichgewicht noch verstärken wird und sich die eigentliche Krankheit einen anderen, gefährlicheren Weg sucht.
Das eigentliche Problem geht nämlich m.E. in sehr vielen Fällen von unserem
persönlichen Eigenwillen aus. Denn als freie aber unvollkommene Wesen, haben wir nicht nur gelegentlich die Chance durch den Willen unser Schicksal selbst zu bestimmen, sondern auch Fehler zu machen und in die Irre zu gehen. WAS aber gibt uns die Möglichkeit dies zu erkennen oder auch ohne Erkenntnis wieder ins Lot zu kommen, wenn nicht etwas Höheres als unser freier Wille und die ihm folgenden Vorstellungen und Überzeugungen. Dieses Höhere, ob man es nun unser höheres Selbst oder göttliche Wirkmächte nennt, wird in der Astrologie vor allem von Saturn repräsentiert. Und von Pluto.

Wenn diese beiden Planeten (z.T. auch die anderen Transsaturniker) in einer kritischen (also Ent-Scheidenden) Phase des Lebens eine Rolle spielen, geht es für den Klienten oft darum, etwas aufzugeben. Im Kern sind das oft ungesunde Vorstellungen, Ziele oder Einstellungen. Diese machen sich in einer kritischen Phase zunehmend als Ballast in Form von Krankheit, Leid usw. bemerkbar, die ihn früher oder später dazu zwingen werden, diesen (inneren) Balast abzuwerfen. Wenn wir in der astrologischen Arbeit erkennen können, um was es sich dabei handelt, können wir versuchen diesen Prozess zu unterstützen und zu beschleunigen. Sonst wird die Funktion des Leidens diese Arbeit übernehmen. Leid macht den Menschen aus höherer Sicht auch wieder ganz, wenn er innerlich aus seiner Mitte gefallen ist. Es gibt ihm wieder seine Würde zurück, denn Leid (nicht Krankheit) hat auch etwas Erhabenes.

In der astrologischen Lebensberatung stellt sich die Sache oft anders dar, weil man davon ausgehen kann, dass es nicht um Krankheit geht, sondern um Entwicklung aus einer vielleicht schwierigen oder festgefahrenen Lebenssituation. Da ist der Wille und Zielvorstellung des Klienten natürlich unbedingt zu berücksichtigen und erstmal als Leitplanke der Beratung anzuerkennen. Aber auch hier kann es sich herausstellen, das der Wille (oder das Ego) des Klienten, einem möglichen Entwicklungsschritt oder Lösung aus einer Situation eher entgegen steht, vor allem natürlich wenn Pluto im Spiel ist. Es kann aber auch sein, das es für den Klienten aus irgendeinem Grunde (den wir nicht wissen müssen) wichtig ist, trotzdem seinen Eigenwillen durchzusetzen. Das kann man merken, wenn er sich sträubt seinem gesundem Menschenverstand zu vertrauen und einfachen Schlußfolgerungen mißtraut. Dann ist es für ihn wichtig, dahin zu gehen, wo es u.U. weh tun kann. Und für uns, das zuzulassen.

Ich glaube, es geht keinesfalls darum, kleine Lebensweisheiten zu geben, um den Schmerz besser ertragen zu können, wie du sagst. Nein, es geht genau um deinen hohen Anspruch - um Befreiung. Auch und in erster Linie vom Leid. Aber ich glaube, wir müssen uns als Lösungssucher selbst davon befreien, dass diese Freiheit mit einer Art Schönheitsoperation gelingt. Wir wünschen uns etwas, wollen es unbedingt, lassen uns betäuben mit dem Versprechen, das wir es erhalten werden, wenn wir nur unsere Souveränität an irgendeinen Onkel Doktor abgeben und wenn wir nach 3 Stunden wieder aufwachen, haben wir ein neues Gesicht, ein neues Leben. Was für eine Lüge . OK, manchmal sind selbst Lügen der einzige Weg.

Ich glaube, das allerwichtigste was wir oft brauchen, ist Zeit. Das ist auch oft der Hauptzweck von den ganzen Therapien; sie geben uns eine Aus-Zeit, denn um zu wirklichen Lösungen/Veränderungen/Heilungen zu kommen müssen wir uns Zeit lassen. Das muß nicht unbedingt eine lange chronologische Zeit sein, sondern kann u.U. auch eine kurze tiefe, innere Entspannung sein, ein großer innerer Raum, der die Zeit gewissermaßen komprimiert. Wir müssen auf irgendeine Art ruhig werden, das ist eigentlich eine Grundvoraussetzung für Lösungen. Als Astrologen müssen wir vielleicht versuchen, dem Klienten zu helfen, sich dieser Dimension zu öffnen, dann kann es sein, dass er wieder zu sich selbst findet und dann gibt es eigentlich auch keine Probleme mehr. Manchmal können wir das erreichen, indem wir dem Klienten einen größeren Zusammenhang seiner Lebenssituation nahe bringen.

Krankheit selbst zwingt uns ja auch oftmals in eine (zumindest äußere) Ruhe, die uns
Abstand gewährt von uns selbst und unseren engen Sichtweisen. Wir können hadern
und sehr unglücklich sein und leiden, aber wenn wir erwarten, dass es morgen weg sein MUSS, wird es noch schlimmer werden. Zeit ist das Prinzip von Saturn und die größten
Veränderungen erleben wir unter dem Einfluß von Pluto, der 248 Jahre für einen Umlauf braucht und damit nicht nur astronomisch außerhalb jeder vollständigen
menschlichen Erkenntnis und Erfahrung steht. Saturn und Pluto können manchmal regelrecht die Zeit anhalten, das passiert u.a. in der Depression. Dann ist es u.a. wichtig, auf dem dann sehr niedrigen Lebensniveau die Zeit (das Leben) wieder etwas zum fliessen zu bringen, damit der Patient das Gefühl bekommt, es geht doch irgendwie weiter. So lapidar es klingen mag, aber es gibt manchmal auch einfach keine andere Möglichkeit als abzuwarten; auch das lehrt uns die Astrologie. Und in der Zwischenzeit leben wir trotzdem irgendwie weiter. Und wenn es vorbei ist, sehen wir plötzlich, das etwas Wesen-tliches passiert ist, ohne das wir es vielleicht richtig bemerkt haben. Und dann kann es wirklich sein, das wir ein neues Leben haben.

Gruß an die Astro-College-Gemeinde und allen eine verheißungsvolle Aussicht auf's Wochenende

Ralf
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