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THEMA: Frage zur Deutung eines Stelliums

Re: Frage zur Deutung eines Stelliums 9 Jahre 7 Monate her #2999

  • Ralf
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Hallo Thomas, Bluemoon,

Erstmal nochmal einen Dank an dich Thomas das Horoskop dieses Mann hier zu besprechen; es hat mich die Tage doch ziemlich beschäftigt.
Verschiedene Dinge lassen mich vermuten, das wir es hier mit einem besonderen Horoskop und entsprechenden Menschen zu tun haben, leider wohl auch mit einem besonders tragischen. Insgesamt sind wir, was die Deutung betrifft, ja fast gleicher Auffassung und deiner Zusammenfassung, Thomas, kann ich mich so anschließen. Ich will aber nochmal auf einige Punkte eingehen, die etwas tiefer führen und mehr auf astrologischer Intuition gründen und weil ja nichts in der Astrologie zufällig ist, scheint es mir der Betrachtung wert.

Zunächst steht die Sonne des Mannes ja ganz kurz nach Sonnenaufgang am Aszendenten im Zeichen des Mondes. Gefühl, Bewußtsein und Körper haben also zunächst einen starken Bezug zueinander. Es scheint, dass der Mann im positiven wie auch im problematischen Sinne ganz ‚bei sich’ gewesen sein muß. Die Stellung kurz nach Sonnenaufgang weckt in mir außerdem die Assoziation eines ‚Erwachens’, vielleicht Neubeginns. Eine Geburt in einem vielleicht umfassenderen Sinne. Neptun im Löwen im ersten Haus, der mir außerordentlich wichtig erscheint, unterstreicht die ausgesprochene 12.Haus-Anlage und gleichzeitig die Sonne/AC-Konjunktion. Man könnte vielleicht mutmaßen, das er sich seiner eigenen Besonderheit sehr bewußt war und gleichzeitig unter einem starken Gefühl der Verlorenheit, des Sich-Unverstanden-Fühlens und Einsamkeit litt. Saturn in enger Konjunktion zu Sonne/AC Opp Mond läßt hier wohl kaum einen anderen Schluß zu. Dieser Neptun im 1.Haus beinhaltet vielleicht die Kurzformel seiner Persönlichkeit, die sich gleichwohl im Stellium des 12.Haus konkretisiert.
Nun ist es ja eine entscheidende Tatsache, das bis auf Neptun alle Faktoren des Stellium im Krebs stehen und der Mond in Opposition dazu. Dieser Mann war m.E. so feinfühlig und emotional angreifbar, das ihm nichts anderes übrig blieb, als seine Gefühlswelt abzuspalten, und alle Kräfte zusammen zu ziehen (Sonne/Saturn), um ein einigermaßen stabiles Selbst aufrecht erhalten zu können, mit allen schon besprochenen Konsequenzen. Der Verdacht einer schizophrenen oder zumindest schizioden Persönlichkeitsstörung drängt sich da natürlich auf, obwohl das (aufgrund mangelnder Fachkenntnisse) letztlich natürlich spekulativ ist. Klar scheint aber, das sich Gefühl und Verstand diametral gegenüber standen (Sonne-Mond). Die Position des südlichen Mondknoten und vor allem die Mondfinsternis zeigen uns, für welche Seite er sich entschieden hat (mußte).

Bei allem astrologischen Selbstverständnis, dass ein Mensch (nach dem schönen Hesse-Gedicht) freiwillig inkarniert und es ausweglose Konstellationen eigentlich nicht gibt, so drängt sich mir dennoch ein Gefühl auf, als wenn der Horoskopeigner äußerst ungern hier gelandet ist und (wahrscheinlich) mit einem hohen Bewußtsein ausgestattet, in den irdischen Moloch gefallen ist, um vielleicht irgendetwas mitzunehmen, von dem wir nur spekulieren können. Sein Tod zum Zeitpunkt des Pluto-Saturn-Quadrat (und auch das er sich zuletzt mit Astrologie beschäftigt hat, also wahrscheinlich Einblicke in sein Sterben und dessen Sinn erhielt) läßt in mir kein gutes Gefühl aufkommen, und vermuten, dass es sich um eine karmische Lektion gehandelt haben könnte, auf jeden Fall aber, dass es ihm nicht gut ergangen ist auf Erden.

Die Frage stellt sich fürwahr, was man als Astrologe hätte raten können, wenn derjenge mit 20 oder auch später zur Beratung erschienen wäre. Es wäre sicher gut gewesen, ihm davon abzuraten sich auf äußere Ergebnisse, Karriere usw. zu konzentrieren und statt dessen frühzeitig seine Lebensenergien auf die 12.Haus-Themen zu richten . (Anstatt zB. Jura zu studieren, eben Psychologie und Beschäftigung mit esoterischen und grenzwissenschaftlichen Fragestellungen). Fraglich allerdings, ob er dem mit seiner Sonne/Saturn-Stellung am AC gefolgt wäre. Seine universitäre Laufbahn zeigt ja, das er sich dem gesellschaftlichem Leistungsgedanken gestellt hat oder zumindest stellen wollte, es aber letztlich nicht aushalten konnte, was möglicherweise der entscheidende Faktor seiner depressiven Erkrankung war. Also, die Negativität der Leistungsaspektierung des Sonne-Saturn-Konjunktion hätte man ihm sicher versuchen müssen zu verdeutlichen.
Zum Zweiten wäre es m.E. ganz wichtig gewesen, einen stabilen und schrittweisen Zugang zu seiner Gefühlswelt zu eröffnen, um wieder Vertrauen zu sich selbst und auch zu Menschen zu schöpfen. Die Tatsache seiner starken Krebsbetonung zeigt ganz klar, dass er unbedingt auf einen intensiven Gefühlsaustausch angewiesen war. Ein Fisch kann sein Leben lang vor sich hin träumen und (fast) alles und jeden zu seiner Projektionsfläche machen um emotional überleben zu können, aber ein Krebs braucht unbedingt ein Gegenüber, einen lebendigen Austausch, um Liebe geben und empfangen zu können. Aber auch das hätte wahrscheinlich nur mit/über seine Sonnenstellung/Saturn-/AC funktioniert. Irgendwetwas körperhaftes, das mit Natur, mit Wasser zu tun hat, aber auch mit Selbstüberwindung wäre sicher gut gewesen. Vielleicht Bergsteigen in Gletschergebieten oder Gebirgsbächen, fällt mir da ein. Das 12. Haus ist ja auch das der Haustiere. Möglicherweise hätte eine intensive Beschäftigung mit Tieren seine Rettung sein können. Vielleicht mit Delphinen zB. Ich hätte ihm vielleicht geraten, Tierpfleger in einem Dephinarium zu werden, was er bestimmt befolgt hätte ; -). Gut wäre sicher auch gewesen, wenn er sich mit dem Verhältnis zu seiner Mutter beschäftigt hätte im Rahmen einer Therapie. Es gibt also schon eine Menge Ansatzpunkte und ich glaube auch, dass es hätte nicht so kommen müssen, wie es dann geschehen ist. Es hätte allerdings frühzeitig auch einer gewissen Einsicht seinerseits vorausgesetzt, in welcher Lage er sich befand und das er sich hätte helfen lassen müssen. Auch das alles schicksalsträchtige Fragen. Letztlich lasse ich das Wort dem Dichter und schließe mich den tröstlichen Zeilen an.

Gruß an die Astrocollege-Gemeinde
Ralf

P.S. der charmante Hinweis , (Blue)Moon, mehr den Menschen hinter dem Horoskop zu sehen, ist angekommen ...
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Re: Frage zur Deutung eines Stelliums 9 Jahre 7 Monate her #2996

  • bluemoon
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Hallo Thomas,
"Thomas":3geby9ui schrieb:
Wenn es wirklich so ist, wie Du schreibst, Bluemoon, dann empfindet jeder seine Aspekte als normal und verfügt auch über die notwendigen Voraussetzungen diese zu meistern. Und man hat sich ja gemäß dem schönen Gedicht von Herman Hesse in Kenntnis aller Schwierigkeiten dafür entschieden. Aber Fehlentscheidungen soll es ja auch zuweilen geben
Klar, Irrungen und Wirrungen gibt es andauernd. Das ist ja auch das "Salz in der Entwicklungssuppe". Ohne Krisenstimmung hätten wir ja keinen Grund, nach Entwicklung zu schielen. Es wäre ja alles toll ...
Wenn wir alle unsere Anlagen entwickelt leben würden, dann könnten wir ins Nirvana gehen und alles Irdische läge hinter uns. Da es uns auf der Erde aber trotz allem wohl in der Regel Spaß macht, haben Fehlentscheidungen vielleicht sogar System ..."Thomas":3geby9ui schrieb:
Im ürbigen hat sich, wie ich gehört habe, der Betroffene auch sehr mit Astrologie beschäftigt. Allerdings schien er der Auffassung gewesen zu sein, dass das gesamte Leben prognostizierbar und damit vorbestimmt ist. Vielleicht sah er die Konstellation auch so und hat nur schicksalsergeben auf Pluto gewartet, um endgültig mit allem eins zu werden.
Was du schreibst würde darauf hindeuten, dass Astrologie und die damit zu gewinnenden Erkenntnisse für ihn keine Entwicklungsmöglichkeit darstellte, sondern lediglich ein Mittel, um ein (scheinbar) festgelegtes Sein kennen zu lernen. Es ist denkbar, dass er in seiner Überzeugung tatsächlich fatalistisch damit umgegangen ist. Jedenfalls wäre das eine mögliche Erklärung, für seinen anscheinend nicht recht erklärbaren Tod.
Schrecklicher Gedanke, auf diese Art Astrologie zu betreiben ..."Thomas":3geby9ui schrieb:
Wenn Ihr jemanden beraten würdet, der diese Konstellation so lebt, was könnte als Lösungsweg aufgezeigt werden? Trigone bestehen, wenn ich mich recht erinnere, von Sonne/Staurn zu Chiron, der wiederum im Sextil zum Mond steht. Hätte Chiron hier der Helfer sein können?
Es ist denkbar, dass Chiron der "Entspannungspunkt" ist. Möglich, dass er durch ihn seine innere Zerrissenheit zwischen Wille und Gefühl hätte wahrnehmen können. Darüber hinaus wäre es wohl der Ort, wo beide Seiten zueinander hätten finden können. Chiron ist ja unsere innere Wunde, unsere Achillesferse, mit der wir lernen müssen, zu leben. Das Heilungspotential liegt im Annehmen dieser Verletzung und darin, sie in eine Stärke zu wandeln, um anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen.
Dass die MK-Achse damit verbunden ist legt das ebenfalls nahe.
Sonne/Saturn am SMK bietet erst einmal eine "Feste Burg". In Krisenzeiten ist das (SMK) der sichere Rückzugsort. Das Leben fordert uns aber auf, darüber hinaus zu wachsen, dem NMK zuzustreben. Das hätte für ihn bedeutet, sich auf ein Du einzulassen und darüber seine eigene Gefühlswelt kennen zu lernen und verantwortungsvoll für andere zu sorgen.
Da die MK-Achse aber keine Entweder-oder-Achse ist, sondern die Aufgabe darin besteht, beide Seiten in der Mitte zusammen zu führen, hätte er so auch Verantwortungsübernahme für seine eigenen Gefühle lernen können.

Sich Chiron und dem damit verbundenen Thema zuzuwenden, wäre sicher ein Lösungsweg gewesen, um diese Opposition konstruktiv leben zu lernen.
Nun ist es schwer zu sagen, was dieser Chiron mit sich trug und in wieweit er sich mit seiner Opposition wirklich auseinander gesetzt hat. Denkbar ist, dass ein Elternthema damit verbunden ist, da es sich ja um Sonne und Mond handelt. Er hat seine Eltern möglicherweise nicht als Einheit erlebt, sondern als das genaue Gegenteil.
Daraus ergibt sich natürlich auch ein Beziehungsthema für ihn, was er wiederum über Chiron hätte bearbeiten können.
Chiron ist, bei dieser herausgegriffenen Konstellation sicher ein wichtiger Schlüssel."Thomas":3geby9ui schrieb:
... Oder gab es keine wirklich helfenden Aspekte, so dass die Situation ausweglos war, bis der T-Pluto auftrat.
Grundsätzlich gibt es in einem Horoskop keine ausweglosen Situationen - es sei denn, wir definieren sie so ..."Thomas":3geby9ui schrieb:
D.h. die neptunische Prägung und das verstandessmässige Verlangen das 12. Haus zu leben steht im Widerspruch zur Gefühlswelt im 6/7 Haus.
Wenn du den Mond in 7 schiebst, ist es dann nicht denkbar, Sonne/Saturn in 1 zu schieben? (Kommt natürlich auf die Orben an, aber scheinbar gibt es doch eine Konjunktion zum AC?)"Thomas":3geby9ui schrieb:
Möglicher Auslöser war der T-Saturn, der über das Stellium lief.
Da Saturn das zu diesem Zeitpunkt schon zum zweiten Male tat (Nein, eigentlich zum 3. Mal, wenn man es auf die Sonne bezieht...), wäre nun interessant zu wissen, was beim ersten Saturn-Return für diesen Menschen Thema war. Dieses schwingt beim nächsten Return wieder mit. Er wird also (bewusst oder unbewusst) mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert.

Sonnige Grüße erstmal
bluemoon
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Re: Frage zur Deutung eines Stelliums 9 Jahre 7 Monate her #2995

  • Thomas
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Bluemoon, Ralf

Zunächst noch Mal vielen dank für die kompeten und hilfreichen Kommentare. Wenn ich das mit meiner noch geringen Astrologieerfahrung versuche zusammenzufassen, dann sind die massgeblichen Konstellationen:

1. Starkes Krebs-Stellium im 12. Haus mit einer Sonne/Saturn Konjunktion nahe AC.
2. Steinbock-Mond in Opposition zur Sonne/Saturn Konjunktion.
3. Sonne/ Mond Opposition auf der Mondknotenachse mit dem NMK beim Mond

D.h. die neptunische Prägung und das verstandessmässige Verlangen das 12. Haus zu leben steht im Widerspruch zur Gefühlswelt im 6/7 Haus. Bei einer Intensivierung des Konfliks kann die Mond/Saturn Opposition zur Abspaltung und Delegation der Gefühlswelt geführt haben. Möglicher Auslöser war der T-Saturn, der über das Stellium lief. Damit völliger Rückzug ins 12. Haus (Selbstisolierung etc.), wo er sich wohl auch aufgrund der Wasserprägung und des dort befindlichen SMK „zu hause“ gefühlt hat. Hinzu kommt die Sonne am AC, die sich ja lieber mit sich selbst bzw. in diesem Fall mit der neptunischen Welt beschäftigt und somit auch den Weg zum Gegenüber erschwert.

Wenn es wirklich so ist, wie Du schreibst, Bluemoon, dann empfindet jeder seine Aspekte als normal und verfügt auch über die notwendigen Voraussetzungen diese zu meistern. Und man hat sich ja gemäß dem schönen Gedicht von Herman Hesse in Kenntnis aller Schwierigkeiten dafür entschieden. Aber Fehlentscheidungen soll es ja auch zuweilen geben

Wenn Ihr jemanden beraten würdet, der diese Konstellation so lebt, was könnte als Lösungsweg aufgezeigt werden? Trigone bestehen, wenn ich mich recht erinnere, von Sonne/Staurn zu Chiron, der wiederum im Sextil zum Mond steht. Hätte Chiron hier der Helfer sein können? Oder gab es keine wirklich helfenden Aspekte, so dass die Situation ausweglos war, bis der T-Pluto auftrat.

Im ürbigen hat sich, wie ich gehört habe, der Betroffene auch sehr mit Astrologie beschäftigt. Allerdings schien er der Auffassung gewesen zu sein, dass das gesamte Leben prognostizierbar und damit vorbestimmt ist. Vielleicht sah er die Konstellation auch so und hat nur schicksalsergeben auf Pluto gewartet, um endgültig mit allem eins zu werden.

Grüsse
Thomas
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Re: Frage zur Deutung eines Stelliums 9 Jahre 7 Monate her #2992

  • bluemoon
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Ihr Lieben,

gerade hat mich ein sehr schönes Gedicht erreicht und ich sehe es auch so, wie die Zusenderin, dass es schon auch zu den letzten Beiträgen hier, passt.

[color=#004080:1xfegp39]Das Leben, das ich selbst gewählt

Ehe ich in dieses Erdenleben kam
Ward mir gezeigt, wie ich es leben würde.
Da war die Kümmernis, da war der Gram,
Da war das Elend und die Leidensbürde.
Da war das Laster, das mich packen sollte,
Da war der Irrtum, der gefangen nahm.
Da war der schnelle Zorn, in dem ich grollte,
Da waren Hass und Hochmut, Stolz und Scham.

Doch da waren auch die Freuden jener Tage,
Die voller Licht und schöner Träume sind,
Wo Klage nicht mehr ist und nicht mehr Plage,
Und überall der Quell der Gaben rinnt.
Wo Liebe dem, der noch im Erdenkleid gebunden,
Die Seligkeit des Losgelösten schenkt,
Wo sich der Mensch der Menschenpein entwunden
als Auserwählter hoher Geister denkt.

Mir ward gezeigt das Schlechte und das Gute,
Mir ward gezeigt die Fülle meiner Mängel.
Mir ward gezeigt die Wunde draus ich blute,
Mir ward gezeigt die Helfertat der Engel.
Und als ich so mein künftig Leben schaute,
Da hört ein Wesen ich die Frage tun,
Ob ich dies zu leben mich getraute,
Denn der Entscheidung Stunde schlüge nun.

Und ich ermaß noch einmal alles Schlimme —
»Dies ist das Leben, das ich leben will!« —
Gab ich zur Antwort mit entschlossner Stimme.
So wars als ich ins neue Leben trat
Und nahm auf mich mein neues Schicksal still.
So ward ich geboren in diese Welt.
Ich klage nicht, wenns oft mir nicht gefällt,
Denn ungeboren hab ich es bejaht.

( Hesse)[/color:1xfegp39]

Vielen Dank, liebe Moon - das musste jetzt einfach hier rein ...
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Re: Frage zur Deutung eines Stelliums 9 Jahre 7 Monate her #2991

  • bluemoon
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Hallo Ralf, hallo Thomas,
"Thomas":zjjl87wj schrieb:
um Zeitpunkt des Todes stand T-Pluto interessanter Weise wirklich im exakten Quadrat zu Saturn und damit zur Sonne/ Saturn Konjunktion und zum Mond. Insofern, Kompliment an Dich, Ralf, es war ein Volltreffer!
Ja, dass dies ein Volltreffer werden würde, habe ich mir schon beinahe gedacht
"Ralf":zjjl87wj schrieb:
Ich habe noch mal eine Frage an dich, liebe Bluemoon (zusätzlich zu den anderen . Wie würdest du sagen, kann man sich die Wirkungsweise eines Stelliums genau vorstellen ? Wenn zB. ein Transit über all die Planeten rüberzieht, werden ja, so habe ich es verstanden, alle Planeten gleichzeitig aktiviert. Dh. alle wichtigen Lebensphasen und -bewegungen dauern ja viel länger und werden wahrscheinlich auch viel intensiver erlebt, als bei 'normalen' Horoskopen. Es gibt dann, so meine Überlegung, keine einzelnen Schauspieler mehr, die auf die Bühne treten, sondern der ganze Mensch ist quasi voll in Aktion mit allen Schwächen, Stärken, Verdrängungen und Potentialen. Das stelle ich mir unheimlich anstrengend vor, wie soll ein Mensch das aushalten ?
Also, ich fange mal hinten an.
Zunächst einmal zu deiner Frage, wie das ein Mensch aushalten soll. Die Anlagen, die wir in dieses Leben mitbekommen haben, sehen wir im Horoskop. Wir können auch mit einger Übung den Verlauf der Entwicklung - zumindest symbolisch - ableiten. Nun hole ich mal meinen Jupiter raus ... Wenn wir mal davon ausgehen, dass unsere Anlagen Sinn machen und wir nicht zufällig so ausgestattet wurden, dann sind die damit verbundenen Lebensaufgaben auch nicht zufällig. Es bedeutet aber ebenso, dass wir auch die Fähigkeit mitbekommen haben, mit unseren Lebensaufgaben zurecht zu kommen, um uns an ihnen weiter zu entwickeln. Ob der Mensch mit einem Stellium seine Herausforderungen anstrengender empfindet, als jemand ohne ein Stellium kann ich nicht sagen - das hängt wiederum auch davon ab, wie der Einzelne mit seinen Anlagen umgeht.
Prinzipiell ist die Energie des Stelliums für diesen Menschen ja ganz "normal", weil er sie eben hat. Da ist auch wieder die Frage - "normal" - tja, gibt es das überhaupt ...?

Wenn man es ein wenig großzügig betrachtet, habe ich zwei Stellien in meiner Radix, ein recht enges, voll gepacktes und ein etwas weiteres, worüber man sich hier bei dem Ausdruck Stellium vielleicht eher streiten kann. Jedenfalls "knubbeln" sich meine Radixfaktoren in zwei unterschiedlichen Horoskop-Bereichen. Das macht für mich die "Sache klarer", insofern, als ich bei Horoskopen, bei denen in beinahe jedem Haus ein Planet oder sensitiver Punkt für sich steht und demzufolge viele Aspektlinien "durcheinander laufen", immer den Eindruck habe von maximaler Verwirrung ...
Aber, das ist nur mein Eindruck.
Der dazugehörige Mensch mag zwar vielleicht auch immer wieder Verwirrungen in seinem Leben erfahren, aber er hat ebenfalls die Fähigkeit, damit konstruktiv umzugehen, weil es seine Energie ist. Für mich wär' das nix ...

Ich pflichte dir bei, dass in einem Stellium sehr viel auf einmal angetickt werden kann, wenn ein Transit darüber geht. Es kann - da hast du recht - sehr intensiv werden, aber es ist ja auch vom Kosmos weise eingerichtet. Ich hatte schon einige intensive Phasen in meinem Leben, die mir - je bewusster ich nicht zuletzt durch die Astrologie wurde - sehr viel über mich selbst mitgeteilt haben. Dann gab es eben auch immer wieder Phasen der (relativen) Ruhe, die sich weniger intensiv gestalteten. Das entspricht mir aber. Ich kann Dinge sehr intensiv erleben, im Kleinen wie im Großen und freue mich dann auch wieder über die Pausen ...
Für mich ist der Gedanke, dass andauernd irgendwo "was läuft", weil überall im Horoskop "jemand herumsteht" eher anstrengend und aufreibend.
Es ist also immer auch eine Frage des mitgebrachten Blickwinkels.

Natürlich vermischen sich beim Stellium auch die Energien, und die Abgrenzung ist nicht so einfach zu machen - teilweise gar nicht. Interessanterweise gelingt es mir aber immer besser, die einzelnen - am Stellium beteiligten - Faktoren differenzierter in mir wahrzunehmen."Ralf":zjjl87wj schrieb:
Der Mond ist ja in jedem Fall das dynamische Prinzip unseres Fühlens, wenn er blockiert ist, kann man noch so viel Wasser haben in der Radix, dann verliert man seinen Seelenkontakt. Ist das richtig, Bluemoon ?
Wenn der Zugang zum Mond erschwert ist, dann wird man sicherlich nicht so leicht Zugang zu seiner Gefühlsebene erhalten, dem was du Seelenkontakt nennst. Anders herum braucht es m.E. nicht unbedingt Wasser im Horoskop, um seinen Mond zu spüren. Wenn der Mond "leicht zugänglich" ist, kann dieser ruhig in einem Luft- oder Feuerzeichen stehen und die Radix braucht sicher auch nicht wasserbetont zu sein. Der Mensch wird dennoch Kontakt zu seinem Gefühlsleben haben.

Wobei - wenn ich mal bei eurem konkreten Beispiel bleibe - dieser Mann durchaus ein Gefühlsleben hatte. Es war ihm nur offensichtlich kaum möglich, konstruktiv damit umzugehen. Er hat seinen Mond delegiert, in diesem Falle an seine Frau, aber sicherlich auch an jedes andere Gegenüber. Das heißt mit Mond im Steinbock, dass er auf der gefühlsmäßigen Ebene die Verantwortung abgegeben hat. Er hat sie seinem Du übergeben und sich selbst zum Opfer gemacht. Bzw. ist denkbar, dass er andere beschuldigt hat, wenn es ihm nicht gut ging - sie hatten ja quasi die Verantwortung.
Das würde auch Saturn in Krebs entsprechen, das Thema Verantwortung und Schuld. In Haus 12 kommt die Angst hinzu, dass man überschwemmt werden könnte, die Kontrolle verliert - in dem Falle wohl über die Gefühlswelt.
Sonne/Saturn sagt: "Haltung bewahren!". Wenn dann auch noch die eigene Gefühlswelt delegiert wird und Angst davor besteht, sich dieser Welt zuzuwenden, ist es doch gut denkbar, dass dies in eine Depression münden kann. Ein Mensch kann nicht immer schadlos Haltung bewahren, er braucht auch die Rückbindung an seine Gefühle und somit an seine Quelle. Wenn er in gutem Kontakt zu seiner Gefühlsebene steht, wird er diesem "Haltung bewahren!" sicher etwas ausgleichendes gegenüberstellen können. Ist diese Quelle aber nicht zugänglich, trocknet er möglicherweise langsam aus ...

So weit erstmal ...
Liebe Grüße
bluemoon
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Re: Frage zur Deutung eines Stelliums 9 Jahre 7 Monate her #2990

  • Ralf
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Hallo Thomas,

sehr interessant, das sein nördlicher Mondknoten auf der Seite des Mondes lag, das erklärt einiges. Ich denke, dass er in mehrerer Hinsicht ein extremer Mensch war. Ich glaube auch, das in diesem Fall die Geburt im Zeitraum einer Mondfinsternis eine tiefe Bedeutung hat. Man braucht es noch nicht einmal metaphysisch oder karmisch deuten, sondern ganz konkret symbolisch. Er hatte ein schwer verletztes Verhältnis zum weiblichen Prinzip und damit zu allem, was Emotionalität bedeutet. Das ist natürlich umso tragischer, als das diese Energien in einem Maße in ihm angelegt waren, wie es kaum stärker der Fall sein kann. Insofern hat er sicherlich einen Großteil seiner Kräfte dafür verwendet, seine eigene Natur zu unterdrücken. Möglicherweise hat er sich voll mit seinem Vater identifiziert, der wahrscheinlich ebenfalls einen weichen Kern zugunsten einer harten Schale unterdrückte und alles Negative auf das Weibliche dh. die Mutter projizierte. Mond im Steinbock Opposition Saturn in Krebs im 12.Haus bedeutet m.E. in diesem Fall die Abwertung des Weiblichen und Kontrolle der Emotionen um jeden Preis. Kein Wunder das ihm das Einfühlungsvermögen als Psychologe gefehlt hat.
Seine universitäre Laufbahn spricht ebenfalls dafür, dass er letztlich ein harter Materialist war (Sonne/Saturn), der zu allem, was nicht hieb- und stichfest beweisbar ist, kein Vertrauen hatte. Also die gleiche Thematik auf geistiger Ebene. Sein Theologie-Studium zeigt, dass er wohl verstand, dass es mehr geben muß, als Gesetzestexte und irdische Gerechtigkeit, aber es scheint, das er den 'Sprung auf die rechte Gehirnhälfte' letztlich nicht gewagt hat. Ich denke aber trotzdem, dass er eine gute Chance gehabt hätte zur Rückkehr ins Leben, wenn er seine von dir beschriebene Sonne/Aszendent-Problematik hätte lösen können. Aber das ist natürlich sehr spekulativ. Der (Geburts)Herrscher seines Aszendenten hatte in allen Belangen den größten Abstand zu seinem Ursprung; auch das eine extreme Konstellation, die Bände spricht. Die Mondknoten weisen darauf hin, dass er irgendwie von sich selbst hätte wegkommen müssen und hin zu einem Gegenüber. Der entscheidende Faktor in seinem Leben war wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht die Beziehung zu seiner Mutter und dann zu seiner Frau.

Aus spiritueller Sicht scheint es mir eine geradezu exemplarische Saturn/Neptun-Problematik unserer Zeit zu sein, denn er hat buchstäblich den Kontakt zu Mutter Erde (Mond im Steinbock ! ) verloren, von dem nur der Glaube an das irdisch Feste, Mineralische übrig blieb. Damit gleichzeitig aber auch zum göttlichen Prinzip (u.a. Saturn im 12.Haus) . Das alles spiegelt sich aber auf seiner ganz persönlichen Ebene in der zentralen Sonne/Mond-Opposition, seiner Unvereinbarkeit des männlichen mit dem weiblichen Prinzip.

Es bleibt ein großes Rätsel, warum ein Mensch so eine Anlage bekommt und was er hätte sein und leisten können unter einer etwas anderen Konstellation.

Ich habe noch mal eine Frage an dich, liebe Bluemoon (zusätzlich zu den anderen . Wie würdest du sagen, kann man sich die Wirkungsweise eines Stelliums genau vorstellen ? Wenn zB. ein Transit über all die Planeten rüberzieht, werden ja, so habe ich es verstanden, alle Planeten gleichzeitig aktiviert. Dh. alle wichtigen Lebensphasen und -bewegungen dauern ja viel länger und werden wahrscheinlich auch viel intensiver erlebt, als bei 'normalen' Horoskopen. Es gibt dann, so meine Überlegung, keine einzelnen Schauspieler mehr, die auf die Bühne treten, sondern der ganze Mensch ist quasi voll in Aktion mit allen Schwächen, Stärken, Verdrängungen und Potentialen. Das stelle ich mir unheimlich anstrengend vor, wie soll ein Mensch das aushalten ?

Beste Grüße an alle Astrocollegen
Ralf
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