Hallo zusammen,
wie viele Begriffe und Deutungen der klassischen Astrologie stammt der Begriff "Verbrennung" von der Wahrnehmung, die sich real am Himmel ergibt.
Merkur ist ja bekanntlich nie sehr weit von der Sonne (max. 28° Entfernung)entfernt. Wenn er in Konjunktion mit der Sonne steht, wird er von ihr überblendet und ist nicht mehr ohne Geräte sichtbar. Das bedeutete früher nichts Gutes. Man empfand, dass dem Merkur, der sonst als neutraler Planet galt und auch heute noch gilt, zu "heiß" wurde und er im Feuer der Sonne eine Verbrennung erleidet. "Einen kühlen Kopf zu behalten", gilt als positiv, "ein hitziger Kopf" aber als negativ. Nun steht ja Merkur für das Denken und braucht normalerweise etwas Kühle. In der Konjunktion mit der Sonne ist diese Funktion durch die Hitze der Sonne etwas geschwächt. Merkur denkt zwar klar, aber tendenziell zu sehr Ich-bezogen (Sonne-Einfluß) und somit subjektiv. Der Orbis der sogennanten "Verbrennung" ist nicht einheitlich definiert, [b:1xl6ih2g]meist gilt sie bis max. 8°30'.[/b:1xl6ih2g] [b:1xl6ih2g]Im jeden Fall, wenn Merkur mit den bloßen Augen noch oder wieder sichtbar wird, ist er nicht mehr verbrannt;[/b:1xl6ih2g] diese Phase nennt man den eliakischen Auf- oder Untergang eines Gestirns.
Wenn sich aber die Konjunktion zur Sonne im Orbis bis max. 0°15' befindet, dann steht der Merkur [b:1xl6ih2g]Casimi[/b:1xl6ih2g], das heißt [b:1xl6ih2g]im Herzen der Sonne[/b:1xl6ih2g] und erhällt dadurch umgekehrt privilegierte Eigenschaften!
Oft haben klassische astrologische Begriffe etwas Drastisches. Sie wirken auf uns so dramatisch, dass wir sie vor Schreck ablehnen. In den alten Begriffen sollten wir eher eine Qualität sehen, als harte Fakten. Es sind Hinweise auf eine Richtung, oft nicht mehr als eine Nuance, aber eine solche, die sich meiner Erfahrung nach als stimmig erweist, wenn man sie länger beobachtet. Eine schöne Musik muss auch schräge Töne haben. Ein Horoskop, ohne solchen Tönen würde uns nicht berühren. Man würde es anschauen und sich sagen: "Na, und?"
Deswegen halten wir nie lange Glück aus... Wir sind absolut nicht dafür geschaffen. Wir brauchen etwas, was hinkt, knirscht, bremst, zerfällt, zwingt etc... Dann fühlen wir uns in unserem Element. In der guten Mischung an gut und böse fühlen wir uns zu Hause. Wir suchen dann nach einer Verbesserung und fühlen uns wohl und glücklich, wenn wir sie finden.
Schaue ich also eine relativ enge Konjunktion von Merkur zur Sonne, so spüre ich schon etwas seine Not. Aber ich erschrecke davor nicht. Der Mensch kann super intelligent sein, vielleicht aber auch von daher etwas anstrengend für manche.... Ich meine, es ist wertvoll das zu fühlen und davon Notiz zu nehmen und sich sagen, okay, er tickt wahrscheinlich so. Ich nehme ihn an, wie er ist. Und wenn er mich zu sehr anstrengt wird, werde ich etwas Abstand nehmen, um mich zu erholen.
Herzliche Grüße
Helen