Hallo Gisela,
"gika":6adlmzxj schrieb:
Die Darstellung der Planeten im Horoskop stellt jetzt, da wir um das heliozentrische Weltbild wissen, nur mehr eine perspektivische Abbildung der Planetenbahnen dar und ist nicht Ausdruck eines Weltbildes der Astrologen. Kann man das so sagen?
Ich erkläre das gerne so:
Ein Horoskop ist wie eine Fotografie, die man vom Himmel macht, an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit. Man sieht die Planeten abgebildet, so wie sie sich zu eben diesem Zeitpunkt an diesem Ort darstellen.
Die symbolische Deutung der so sichtbaren Planeten vor dem Tierkreis und in den individuellen Häuserbereichen, die sich durch den jeweiligen Blickwinkel ergeben, sowie ihrer Winkelbeziehungen zueinander, ergibt sich aus einem Jahrtausende alten Erfahrungsschatz.
Es geht hier nicht um ein Weltbild, sondern um ein Wissen, das über die Zeiten zusammen getragen wurde und immer weiter erforscht und entwickelt wird.
Die Astrologie bleibt also keineswegs stehen.
Das Weltbild des Astrologen gründet m.E. nicht auf der Astrologie, sondern auf seinem eigenen Erfahrungs- und Erlebensschatz, wie bei jedem anderen Menschen auch.
Die Astrologie ist ihm Handwerkszeug und Arbeitsmittel, um Dinge begreifbar zu machen, sie besser einordnen und damit umgehen zu können.
"gika":6adlmzxj schrieb:
Und dann ist ja auch die Frage, ob man das Horoskop überhaupt auch noch anders auf Papier bringen kann.
Das ist schwierig, denn das Papier an sich ist zweidimensional... Natürlich kann man Dinge perspektivisch darstellen, aber bei der Sicht auf ein solches Horoskop stelle ich mir das erschwerend vor und es würde m.E. auch wenig Sinn machen. Zumal diese Zweidimensionalität ja wiederum dem entspricht, was man sieht, wenn man den Himmel betrachtet. Wenn z.B. Mond und Jupiter oder Mond und Mars gleichzeitig am Himmel zu sehen sind, so wird der Betrachter zunächst nicht erkennen können, dass sie nicht nebeneinander stehen, sondern dass Mars/Jupiter in Wirklichkeit sehr viel weiter weg von der Erde ihre Bahn ziehen, als der Mond.
Wir wissen zwar, dass es so ist und niemand wird es ernsthaft bezweifeln, aber für die Deutung spielt das keine Rolle - es ist immer nur wichtig, wie sich die betrachteten Objekte von der Erde aus darstellen. Ihre tatsächliche Stellung im Raum hat damit nichts zu tun.
"gika":6adlmzxj schrieb:
Gehörte der Zodiak mit zum Geozentrischen Weltbild oder wurde/wird der nur von der Astrologie verwendet?
Hierzu zitiere ich aus Wikipedia, zum Stichwort "Zodiak":
[i:6adlmzxj]Als Zodiak (lat./gr. von Zodiakos, ζῳδιακός, „Lebewesenkreis“), umgangssprachlich Tierkreis, wird eine etwa 20 Grad breite Zone um die Ekliptik bezeichnet, innerhalb der die scheinbaren Bahnen von Sonne, Mond und Planeten verlaufen. Die Ekliptik, also die scheinbare Sonnenbahn, bildet dabei die Mittellinie.
Innerhalb des Zodiaks befinden sich die zwölf Tierkreissternbilder. Auf der Ekliptik liegt auch das dreizehnte Sternbild Schlangenträger, das jedoch in der Antike nicht in den Kreis der Sonnen-Tierkreissternbilder aufgenommen und als nördlich der Ekliptik liegend betrachtet wurde.
Die Namen der Tierkreiszeichen sind aus 12 der 13 Sternbilder entstanden, in denen die Ekliptik liegt. Während die Tierkreiszeichen, beginnend mit der Frühlingstagundnachtgleiche in 12 Zeichen à 30° als gleich groß festgelegt wurden, sind die gleichnamigen Sternbilder des Tierkreises verschieden groß. Für die abendländische Astrologie sind Position und Größe der Sternbilder bereits seit der Antike nicht mehr relevant.[/i:6adlmzxj]
Deine Frage nach dem Kalender:
Er orientiert sich am tropischen Jahr, also am für uns sichtbaren Lauf der Sonne. Somit ist sein Ursprung selbstverständlich dem geozentrischen Blickwinkel zu verdanken.
Liebe Grüße
Claudia