Liebe Helen,
Hmm, ich glaube, das kommt jetzt ganz darauf an, von welcher Ebene aus man etwas als objektiv und subjektiv erkennt.
Aber es kann natürlich genauso gut sein, dass ich hier gnadenlos schief liege. Jedenfalls ist es doch nicht nur ein mathematisches Modell, dass sich die Planeten unseres Sonnensystems eben um diese drehen und das ist ja die Erkenntnis des heliozentrischen Weltbildes (sehe ich so, das ist dann vielleicht mein subjektiver Geist).
"Objektiv" sehe ich als das Übergeordnete und übergeordnet im Sinne des Universums stellt sich die Sache so dar, dass die Erde sich um die Sonne dreht und diese der Mittelpunkt unseres Systems ist.
"Subjektiv" ist in diesem Falle der Blick des Menschen von der Erde aus, da er zunächst einmal diese Tatsache, der Sonne als Mittelpunkt, nicht sehen kann. Er sieht SEINE Realität und die heißt: Die Sonne dreht sich um die Erde, denn er sieht sie aufgehen, über den (vermeintlichen) Himmel wandern und wieder untergehen...
Eine Ebene weiter unten sieht es dann so aus:
Natürlich befinde ich mich objektiv auf der Erde und das, was ich von hier aus sehe, ist selbstverständlich auch real.
Subjektiv betrachtet, wird diese Realität wiederum unterschiedlich wahrgenommen, hat sie für jeden Menschen wieder eine etwas andere Bedeutung, mit einer individuellen Resonanz. Da beginnt die symbolhafte Betrachtung, die sich in der Deutung wiederum aus der Erfahrung mit dem (aus der Realität entnommenen) Symbol ergibt.
"Fritsch":1nm07faz schrieb:
Mein Geist erkennt im Moment nicht den Vorteil, mich virtuell auf die Sonne zu verpflanzen und von dort aus mein Leben zu betrachten. Das geht nicht in meinen Kopf hinein!
Für uns erdgebundene Menschen liegt in dieser virtuellen Verpflanzung auch zunächst einmal kein Vorteil, weil wir ja mit unserer (subjektiven ) Realität "hier unten" (auch schon wieder so eine subjektive Betrachtung - die Erde kennt objektiv gesehen kein oben und unten, weil sie rund ist...) zu tun haben und in ihr unser Leben gestalten. Dem Normalsterblichen ist es kaum möglich, sich darüber zu erheben.
"Fritsch":1nm07faz schrieb:
Aber vielleicht übersehe ich etwas ganz Zentrales? Ich vermisse diese Antwort
Nein, ich denke, da hast du nichts Zentrales übersehen, denn jede weitere Überlegung ist fiktiv. Der einzige Vorteil, den es haben könnte, diese virtuelle Verpflanzung vorzunehmen - wenn es denn möglich wäre - liegt m.E. darin, dass man von der Sonne aus sich selbst betrachten könnte, wie man - eingebettet in das gesamte Erdsystem - mit der Welt interagiert. Man gewänne einen Überblick, der es eventuell bis zu einem gewissen Grade ermöglichen würde, Ursache und Wirkung leichter nachzuvollziehen. Der Sinn würde sich vielleicht in gewissem Rahmen enthüllen.
Vielleicht wäre es etwa, wie der Blickwinkel eines Astronauten aus dem Weltall auf unsere Erde - man nimmt sie mit anderen Augen wahr und bekommt ein neues Verständnis für die Dinge, sieht die Welt nicht mehr aus der "Ameisenperspektive".
Etwas sehr Erhabenes.
Für die Lebensbewältigung des realen, einzelnen Menschen auf seinem realen Erdstandort allerdings, bringt das kaum einen Erkenntnisgewinn.
Das Bezugssystem ist und bleibt aus meiner Sicht die Erde.
Ich weiß nicht, ob ich meine Sicht von "objektiv" und "subjektiv" mit diesen Betrachtungen verständlicher machen konnte - ob sie deshalb richtiger sind, weiß ich auch nicht.
Liebe Grüße
Claudia