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THEMA: Frage zum Weltbild der Astrologie und Horoskop-Erstellung

Re: Frage zum Weltbild der Astrologie und Horoskop-Erstellung 8 Jahre 11 Monate her #4540

  • gika
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Hallo, jetzt blicke ich schon ein bisschen besser durch
Könnte man jetzt auch noch unterscheiden zwischen "Weltbild" im philosophischen Sinne und "Weltbild" im "funktionalen" Sinne?

Wir alle wissen jetzt, dass sich die Erde um die Sonne dreht. Aber aus Sicht eines Beobachters auf der Erde ist es eben umgekehrt. Trotzdem spricht eigentlich nichts dagegen, wenn man die Planetenbahnen aus der Perspektive der Erde darstellt. Ähnlich wie wenn man ein dreidimensionales Gebäude zeichnet und die Mauern, die sich weiter hinten befinden, kürzer zeichnet - aber jeder weiß, dass die Mauern des Hauses in Wirklichkeit gleich hoch sind. Die Darstellung der Planeten im Horoskop stellt jetzt, da wir um das heliozentrische Weltbild wissen, nur mehr eine perspektivische Abbildung der Planetenbahnen dar und ist nicht Ausdruck eines Weltbildes der Astrologen. Kann man das so sagen?

Sind eigentlich unsere Ephemeriden auf dem Ptolemäischen Weltbild berechnet? Nach Google eine höher entwickelte Variante des rein geozentr. Weltbilds, wo die retrograden Bewegungen der Planeten dargestellt werden und das "weitgehend zutreffende Vorhersagen" (über die Planetenbahnen) ermöglichte? Oder werden die Ephemeriden heute schon irgendwie anders berechnet? So, dass sie die Planetenbahnen - evt. noch treffender - aus der Sicht der Erde abbilden?

Und dann ist ja auch die Frage, ob man das Horoskop überhaupt auch noch anders auf Papier bringen kann. Denn schließlich werden hier vier Dimensionen (Länge, Breite, Tiefe, Zeit) auf einem zweidimensionalen Medium (Papier, Bildschirm) dargestellt?

Eine letzte Frage habe ich noch: Gehörte der Zodiak mit zum Geozentrischen Weltbild oder wurde/wird der nur von der Astrologie verwendet?

Und könnte man auch sagen, dass unser Gregorianischer Kalender genauso nach dem tropischen Jahr definiert wird, ebenso wie der Zodiak? Dass unsere Kalenderrechnung dadurch ja auch "geozentrisch" ist? Der Unterschied zur astronomischen Wirklichkeit sind 11 Sekunden pro Jahr - also doch recht genau für unser Verständnis.

Lieben Dank und viele Grüße
Gisela
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Re: Frage zum Weltbild der Astrologie und Horoskop-Erstellung 8 Jahre 11 Monate her #4538

  • fritsch
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Hallo Gika,
das ist richtig, Astrologie ist weniger "Sternkunde" als "Menschenkunde".
Fasziniert waren die alten Astrologen von den Wandelsternen (Planeten). Die Fixsterne dienten vor allem dazu, festzustellen, [u:2hltwlgf]wo[/u:2hltwlgf] sich die 'Sterne, die sich bewegen' (= die Planeten) befinden. Es ging interessanter Weise schon immer um Orientierung. Heute eine Orientierung für die seelische Entwicklung.
Herzliche Grüße
Helen
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Re: Frage zum Weltbild der Astrologie und Horoskop-Erstellung 8 Jahre 11 Monate her #4532

  • gika
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Hallo, ich glaube ich weiß jetzt schon, weshalb ich das geozentrische Weltbild als Basis für die Astrologie zumindest mal gedanklich in Frage gestellt habe. Wenn man "die Sterne beobachtet", so suggeriert das ja, dass die Sterne das Untersuchungsobjekt sind. Das waren sie vielleicht einmal vor Tausenden Jahren. Doch als man den Lauf der Gestirne, bzw. deren Umlaufbahnen einmal festgestellt hatte, gab's ja am (näheren) Himmel nichts mehr zu erforschen. Die Planetenbahnen könnten ja jetzt in der Astrologie eher schon als "Konstante" betrachtet werden? Der eigentliche Untersuchungsgegenstand ist die Erde, bzw. bestimmte Orte (mit oder ohne Menschen drauf).

Die Entstehung der Astrologie war eher ungewöhnlich, weil man nicht das eine beobachten kann und Aussagen über das andere machen kann (zumindest aus der Sicht der heutigen Wissenschaft). Heute ist aber eigentlich nur mehr der Mensch das "Untersuchungsobjekt", weil die Astrologie mit ihren Symbolen schon feststeht und vielleicht nur mehr modifiziert wird. Derzeit testet man nur mehr die Hypothese, die vor Tausenden Jahren aufgestellt wurde. Wir sind eigentlich nur mehr die "Anwender", die ortsunabhängig sein können (weil wir das Wissen, das Astro-Programm am Computer schon haben), während die "Entwickler" ihre Beobachtungen auf der Erde, dem Wohnsitz der Menschen, machen mussten.

lg, gika
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Re: Frage zum Weltbild der Astrologie und Horoskop-Erstellung 8 Jahre 11 Monate her #4530

  • bluemoon
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Liebe Helen,

Hmm, ich glaube, das kommt jetzt ganz darauf an, von welcher Ebene aus man etwas als objektiv und subjektiv erkennt.
Aber es kann natürlich genauso gut sein, dass ich hier gnadenlos schief liege. Jedenfalls ist es doch nicht nur ein mathematisches Modell, dass sich die Planeten unseres Sonnensystems eben um diese drehen und das ist ja die Erkenntnis des heliozentrischen Weltbildes (sehe ich so, das ist dann vielleicht mein subjektiver Geist).

"Objektiv" sehe ich als das Übergeordnete und übergeordnet im Sinne des Universums stellt sich die Sache so dar, dass die Erde sich um die Sonne dreht und diese der Mittelpunkt unseres Systems ist.
"Subjektiv" ist in diesem Falle der Blick des Menschen von der Erde aus, da er zunächst einmal diese Tatsache, der Sonne als Mittelpunkt, nicht sehen kann. Er sieht SEINE Realität und die heißt: Die Sonne dreht sich um die Erde, denn er sieht sie aufgehen, über den (vermeintlichen) Himmel wandern und wieder untergehen...

Eine Ebene weiter unten sieht es dann so aus:
Natürlich befinde ich mich objektiv auf der Erde und das, was ich von hier aus sehe, ist selbstverständlich auch real.
Subjektiv betrachtet, wird diese Realität wiederum unterschiedlich wahrgenommen, hat sie für jeden Menschen wieder eine etwas andere Bedeutung, mit einer individuellen Resonanz. Da beginnt die symbolhafte Betrachtung, die sich in der Deutung wiederum aus der Erfahrung mit dem (aus der Realität entnommenen) Symbol ergibt."Fritsch":1nm07faz schrieb:
Mein Geist erkennt im Moment nicht den Vorteil, mich virtuell auf die Sonne zu verpflanzen und von dort aus mein Leben zu betrachten. Das geht nicht in meinen Kopf hinein!
Für uns erdgebundene Menschen liegt in dieser virtuellen Verpflanzung auch zunächst einmal kein Vorteil, weil wir ja mit unserer (subjektiven ) Realität "hier unten" (auch schon wieder so eine subjektive Betrachtung - die Erde kennt objektiv gesehen kein oben und unten, weil sie rund ist...) zu tun haben und in ihr unser Leben gestalten. Dem Normalsterblichen ist es kaum möglich, sich darüber zu erheben."Fritsch":1nm07faz schrieb:
Aber vielleicht übersehe ich etwas ganz Zentrales? Ich vermisse diese Antwort
Nein, ich denke, da hast du nichts Zentrales übersehen, denn jede weitere Überlegung ist fiktiv. Der einzige Vorteil, den es haben könnte, diese virtuelle Verpflanzung vorzunehmen - wenn es denn möglich wäre - liegt m.E. darin, dass man von der Sonne aus sich selbst betrachten könnte, wie man - eingebettet in das gesamte Erdsystem - mit der Welt interagiert. Man gewänne einen Überblick, der es eventuell bis zu einem gewissen Grade ermöglichen würde, Ursache und Wirkung leichter nachzuvollziehen. Der Sinn würde sich vielleicht in gewissem Rahmen enthüllen.
Vielleicht wäre es etwa, wie der Blickwinkel eines Astronauten aus dem Weltall auf unsere Erde - man nimmt sie mit anderen Augen wahr und bekommt ein neues Verständnis für die Dinge, sieht die Welt nicht mehr aus der "Ameisenperspektive".
Etwas sehr Erhabenes.

Für die Lebensbewältigung des realen, einzelnen Menschen auf seinem realen Erdstandort allerdings, bringt das kaum einen Erkenntnisgewinn.
Das Bezugssystem ist und bleibt aus meiner Sicht die Erde.

Ich weiß nicht, ob ich meine Sicht von "objektiv" und "subjektiv" mit diesen Betrachtungen verständlicher machen konnte - ob sie deshalb richtiger sind, weiß ich auch nicht.

Liebe Grüße
Claudia
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Re: Frage zum Weltbild der Astrologie und Horoskop-Erstellung 8 Jahre 11 Monate her #4529

  • fritsch
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[color=#4000FF:24a310tc]Liebe Claudia,
es stimmt nicht ganz, was du schreibst!
Das heliozentrische Modell ist mathematisch und da gibt es überhaupt nicht "objektives". Genau so könnte man jeden Planet, sonstigen Körper oder einfacher Punkt, als Mittelpunkt erklären, weil der Kosmos unendlich ist. Deswegen ist der Standort Sonne in keinem Fall objektiver als sonstigen beliebigen Standort.

Für den Ausschnitt des Kosmos Sonne bis Saturn, fällt auf, dass wenn die Sonne als Mittelpunkt gewählt wird, sich alle Planeten um die Sonne drehen. Das Bild sieht "sauber" und geordnet aus. Es hat etwas Bestechendes, was dem Intellekt gefällt. Aber er ist weder wahrer noch objektiver als irgend ein anderer Punkt.
Das ist nicht die "Meinung" einer Astrologin, sondern ein mathematisches Faktum.

Das geozentrische Bidl hat nicht Symbolhaftes und auch erst recht nichts Subjektives, es ist unsere [u:24a310tc]objektive Realität. [/u:24a310tc] Ich bin nicht subjektiv auf der Erde und objektiv wo anders!! Ich kann nur das sein, wo ich eben bin. Auch diese Feststellung hat nichts mit Astrologie zu tun. Es ist eine Tatsache, dass ein Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt und an einem bestimmten Ort auf der Erde geboren wird.

Wenn ich mein Leben verstehen will, wenn ich mich selbst erkennen möchte, stehen mir sehr viele Möglichkeiten zur Verfügung, und alle haben ihre Vorteile, Grenzen und auch Mängel. Das liegt an unserem Geist, der nicht perfekt ist. Mein Geist erkennt im Moment nicht den Vorteil, mich virtuell auf die Sonne zu verpflanzen und von dort aus mein Leben zu betrachten. Das geht nicht in meinen Kopf hinein!
Aber vielleicht übersehe ich etwas ganz Zentrales? Ich vermisse diese Antwort

Herzliche Grüße
Helen
[/color:24a310tc]
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Re: Frage zum Weltbild der Astrologie und Horoskop-Erstellung 8 Jahre 11 Monate her #4527

  • bluemoon
  • bluemoons Avatar
Hallo ihr Lieben,

aus meiner Sicht betrachte ich es so:
Das heliozentrische Weltbild vermittelt die objektiven Zusammenhänge in unserem Sonnensystem, so, wie sie sich im Weltall darstellen. Wir können begreifen, wie das System funktioniert und lernen, wie es entstanden sein könnte und wie es sich in Zukunft vermutlich entwickeln wird. Natürlich blicken wir auch darüber hinaus und betrachten, forschen, versuchen zu verstehen, wie das Universum "tickt". Somit ist diese Sicht auf die Welt und das Universum wichtig, da sie uns einen Eindruck davon vermittelt, wo wir im Gesamtsystem wirklich stehen (mit unserer Erde) und es zeigt auch die Erhabenheit und Größe dieser Gesamtschöpfung, die trotz allem Forschens und Suchens doch immer ein Stück weit unergründlich bleiben wird.

Das geozentrische Weltbild ist ein symbolhaftes Weltbild, subjektiv auf den Betrachter bezogen und gibt die Wirklichkeit wieder, die wir von unserem Standort sehen und benennen können.
So sehr ein Mensch auch die erforschten Tatsachen des Sonnensystems vertreten und möglicherweise die Sicht der Astrologie als ewig gestrigen Unsinn verwerfen wird, wenn er im Morgengrauen gen Osten blickt, wird er sicherlich nicht sagen: "Die Erde dreht sich gerade mit dem Kontinent Europa der Sonne zu", sondern er wird einfach - wie jeder andere Mensch auch - sagen:"Ah, die Sonne geht auf...!" Na gut, um diese "Falle" zu umgehen, könnte er noch sagen: "Die Sonne wird sichtbar...!" Aber für die Seele geht nun mal die Sonne auf - dies ist eine ganz andere Wirkung im Empfinden, als wenn ich nur rational sage, dass die Sonne sichtbar wird.

Wir können uns dieser Subjektivität kaum entziehen, wenn wir auch unsere Seele nähren wollen. Beides, das objektive Bild und die subjektive Sichtweise haben ihre Berechtigung und werden vom Menschen gebraucht, um zu einer heilen(den) Gesamtbetrachtung zu kommen.
Die Astrologie hat nun einmal viel mit der Seele zu tun und mit den Symbolen, die die Seele ansprechen. Der Antrieb weit vergangener Generationen, ihre sichtbare Welt zu erforschen, wird aus diesem tiefen seelischen Empfinden gespeist und natürlich auch, aus dem ganz pragmatischen Kampf ums Überleben, der aber ohne den spirituellen Anteil kaum zu denken war.

Wir dürfen uns auch in unserer heutigen sehr wissenschaftlich geprägten Gesellschaft diese "Seelennische" Astrologie ruhig gönnen. Ich kann bislang nicht erkennen, dass sie mich schon einmal in die Irre geleitet hätte - sie funktioniert so wie sie ist, die Erklärung dafür kann nur subjektiver Natur sein und ist letztendlich so unergründlich, wie das Universum.
Das mag auch mit den Wert ausmachen, sicherlich aber die Faszination, die davon ausgeht und auch den Respekt, den man vor beidem haben kann.
Jedenfalls staune ich immer wieder und verstehe immer mehr. Die astrologische Betrachtungsweise erscheint mir dabei absolut stimmig und würde bei einem anderen Ortsbezug als der Erde komplett ihre Bedeutung verlieren. Sie wäre schlicht nicht mehr durchführbar und Aussagen wären nicht mehr möglich.

Liebe Grüße
Claudia
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