Stelle dir vor du bist in der Wüste.
Es ist völlig dunkel und du sitzt an einem Feuer mit einer Hand voll Menschen.
Du stehst auf und gehst vom Feuer weg in die Dunkelheit, bis nur noch ein erhabener Sternenhimmel mit den unermesslichen Weiten des Kosmos dich und alles um dich herum in seiner Unendlichkeit umschließt ...
Bist DU jetzt noch wichtig ...?
Die Sonne hat auf ihrem Weg viel gesehen, erlebt und erreicht.
Eroberung, Besitz, Wissen, Gefühle, Geltung, Vervollkommnung, Harmonie, Selbstüberwindung, Sinnsuche, Genügsamkeit, Originalität ...
Sie betritt ein neues Reich ... und sieht sich irritiert um.
Alles erscheint wie ein Bild von Dali, mit schmelzenden Uhren und surrealistischen Traumlandschaften – das Konkrete hört auf zu sein.
Die Welt der Form befindet sich in Auflösung.
Erschreckt stellt sie fest, dass sie selbst völlig unkonkret geworden ist.
Wer bin ich? Bin ich überhaupt noch oder verströme ich mich haltlos ...?
Alles umfassende Liebe lässt keine Grenzen zu. In den Fischen leuchtet die Sonne für die Verschmelzung ... und kennt sich oft selbst nicht mehr.
Die Opferung des Ego geht freilich nur, wenn es vorher geformt wurde – so wie die Sonne es auf ihrem bisherigen Weg vollzogen hat. Nun geht er zuende und sie tritt ein in eine Phase der Seelsorge – bevor ein neuer formgebender Zyklus beginnt.
„Wir werden nicht aufhören zu forschen,
und das Ende all unseres Forschens
wird sein: anzukommen, wo wir begannen,
und den Ort zum ersten Mal kennen zu lernen.“
[size=85:1jj6pld1]T.S. Eliot[/size:1jj6pld1]