Mond
Die Hälfte des Weges ist geschafft, wir haben Vollmond. Nicht nur, dass er nun der Sonne deren Sein komplett spiegelt und unweigerlich Spannungen auftreten können, der Mond steht aktuell im Steinbock und wird so auch mit seiner „anderen Seite“ konfrontiert.
Während im Krebs alles „rund und weich“ ist, zeigt Steinbock deutlich harte Ecken und Kanten. Hier lebt die Verantwortung und hier ist der Mond aufgefordert, sie zu tragen, den Gefühlen Struktur zu geben. Im unerlösten Zustand können Tränen zu Eiskristallen gefrieren, Gefühle erstarren. Dennoch ist Mond im Steinbock kein Widerspruch in sich. Für Gefühle Verantwortung zu übernehmen kann möglicherweise segensreicher sein, als nur in ihnen zu schwelgen.
Vollmond
„Die Seele nährt sich von dem, an dem sie sich erfreut.“
Augstinus
Wenn der Mond an Licht und Größe zunimmt, entwickelt sich die Göttin zur Roten Mutter des Vollmonds, die das Leben nährt und aufrecht erhält. Mit ihrer Fruchtbarkeit und Produktivität herrscht sie über die Jahreszeiten des Sommers und des Herbstes mit ihrer Fülle und über die mittlere Region des Landes und des Meeres. Die Göttin des Vollmonds ist reif,
üppig, voller Saft und Kraft und mächtig. Sie schützt grimmig alles, was sie erschafft und liebt.
Die Göttin des Vollmonds symbolisiert Liebe und Fruchtbarkeit. Ihr zugeordnet sind all die nährenden Tiere, wie Kühe, Ziegen und Schafe, wie auch die mit der Liebe assoziierten Tiere, so etwa die Tauben und die Bienen. Künstlerische Darstellungen zeigen sie oft mit gewölbtem Bauch, zwischen üppigen Schenkeln gebärend oder ein Kind an ihren ausladenden Brüsten stillend. Göttinnen wie Demeter, Isis, Aphrodite, Tara und Kuan Yin verkörpern ihre Natur.
Der Vollmond ist Erfüllung. Der Wechsel zwischen Einatmen und Ausatmen. Nach dem Nehmen kommt das Geben, davor aber ein Moment des Innehaltens und Reflektierens: Das Licht der Sonne – des Egos kann geschaut werden ohne zu blenden, es offenbart sich in mildem Schein. Vielleicht auch eine Aufforderung an uns, ein wenig nachsichtig mit uns und anderen zu sein, wenn eventuell nicht alles den Erwartungen entspricht.
„Nimm Entenfedern, Löwenzahn und einen Löffel Lebertran.
Sprich Hunke-munke-mops dabei und mische einen dicken Brei.
Schmier dir die Nasenspitze ein und stell dich in den Mondenschein.
Und schwebst du dann nicht durch die Nacht –
Dann hast du was verkehrt gemacht!“
Max Kruse
Liebe Grüße
bluemoon