Astropraxis Forum

Gratis-Angebote
Astro-Forum

 
Willkommen ins Forum der AstroPraxis, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1
  • 2

THEMA: Haus 8

Haus 8 10 Jahre 8 Monate her #310

  • Kranz
  • Kranzs Avatar
  • Offline
„Der Mensch kann nicht tausend Tage ununterbrochen gute Zeit haben, so wie die Blume nicht hundert Tage blühen kann.“
Tseng-Kuang

Ihr Lieben,

das achte Haus scheint auf den ersten Blick eine heikle Sache zu sein.

Haus des Todes, Krisenhaus, das Haus der Erbschaften, Bindungshaus, das Haus der Tabubereiche, das Haus der Sexualität, das Haus der Transformation...besonders zu Beginn der Aufzählung kann einem leicht mulmig werden. Uranisch geprägte Menschen möchten hier ganz sicher die Flucht ergreifen, denn das alles hat nun wirklich nichts mehr mit Freiräumen zu tun.

Aber darum geht es in diesem Lebensbereich auch überhaupt nicht. Das achte Haus ist das zweite Haus des 3. Quadranten, in dem es um das mir Gegenüberliegende - das DU geht. Im siebten Haus ging es um die Begegnung mit dem DU, nun im achten Haus geht es um die Bindung an das DU. Dieses DU kann ein Mensch sein, genauso aber auch ein Tier ein Gegenstand, Verträge oder eine Idee, eine Vorstellung. All’ das sind Möglichkeiten, sich zu binden. Darüber hinaus sind hier auch die, wie auch immer gearteten, Bindungen an Familie und Sippe zuhause – daher auch die Bezeichnung, das Haus der Erbschaften, was im realen finanziellen wie auch im übertragenen Sinne gemeint sein kann.

Ja, wie bringt man das jetzt alles zusammen? Schlagwörter, was haben sie gemeinsam, wo ist die Ver-Bindung?

Zunächst einmal gibt es eine Achse zwischen zweitem und achtem Haus, da sie sich gegenüber liegen. In beiden Häusern geht es um Werte. Im zweiten Haus ist es der Eigenwert, mein Geld, meine Ressourcen mit denen ich arbeiten und im Leben voran kommen kann. Im achten Haus ist es der Fremdwert, das Geld der anderen, deren Ressourcen womit ich gemeinsam mit einem Gegenüber, durch das Eingehen einer wie auch immer gearteten Verbindlichkeit, arbeiten und voran kommen kann oder soll.

Wenn aus einer Begegnung eine Verbindung wird, ergibt sich auch zwangsläufig eine Werteschnittmenge. Das heißt, ein mehr oder weniger großer Teil der Werte des Einen und der Werte des Anderen steht nun beiden Seiten zur Verfügung. Die Verbindung eröffnet also neue Lebens-, und Möglichkeits-Perspektiven in positiver und negativer Hinsicht – je nachdem, worin der Wert dieser gemeinsamen Schnittmenge inhaltlich besteht.
Das kann eine lukrative Geschäftsverbindung sein, ein absichernder Ehevertrag, eine bereichernde Erbschaft, der Umgang mit Fremdwerten in einer Tätigkeit z.B. als Bankkaufmann, Buchhalter oder Makler. Aber auch Schulden, die von der anderen Seite gemacht wurden und mit denen ich jetzt ebenfalls durch die Bindung umgehen muss. Vielleicht habe aber auch ich mit den Ressourcen meines Partners schlecht gewirtschaftet und stehe jetzt in seiner Schuld.

Darüber hinaus beschreibt das achte Haus auch, wie wir Bindungen eingehen. Welche Erfahrungen haben wir in unseren frühen Bindungen in der Kindheit gemacht? Sie färben spätere Partnerschaften und bilden unser emotionales Erbe, das wir in eine Verbindung mit einbringen. Welche Ansichten haben beide Partner, decken sie sich oder gibt es Bereiche, wo sie unterschiedlich sind? Worum wird gestritten und was kann die Partnerschaft in die Krise stürzen, weil eine Einigung nicht möglich zu sein scheint? Wer setzt sich durch und kann die Macht ergreifen? Was muss dafür geopfert werden oder wer wird das (unterlegene) Opfer? Wo gibt es Tabubereiche, die man besser nicht antastet weil es sonst zu einer Eruption kommen könnte? Wie gehe ich mit dem Thema Sexualität um und der Tatsache, dass Hingabe an den Anderen und Verschmelzung auch immer etwas mit Selbstaufgabe und Loslassen – in weiterem Sinn also auch mit Tod – zu tun hat? Gleicht meine Partnerschaft einem ständigen „Tanz auf dem Vulkan“ oder ist sie fest und innig im besten Sinne?

All’ diese Themen und Fragen liegen hier im achten Haus und da es nun mal kaum Liebe ohne Leiden gibt und kaum Verbindungen oder Vorstellungen, die nicht irgendwann ihren Lebens-Sinn und ihre Daseinsberechtigung einbüßen, kommt es unweigerlich im Leben eines jeden Menschen irgendwann einmal zu Krisen.
Das Bestehende trägt nicht mehr. Die Lösung ist schwierig und das Neue – weil unbekannt – angsteinflößend und verunsichernd. Wir Menschen sind nun einmal meistens so „gestrickt“, dass der Status Quo uns Sicherheit bietet – selbst wenn er sich als unbefriedigend bis unhaltbar darstellt – man weiß eben, was man hat.

Hier ist auch der Ort, an dem Lot’s Frau zur Salzsäule erstarrte, weil sie von der Vergangenheit nicht lassen wollte und sich umsah...! Im übertragenen Sinne erstarren wir auch zur Salzsäule, wenn wir es nicht schaffen uns aus einer „toten“ Situation zu befreien um erneuert wieder ins Leben zu treten, weiter zu gehen.
Der „Stirb und Werde Prozess“ des Skorpions – hier im achten Haus können wir erkennen, wie wir damit umgehen, was er für unser Leben heißt und wie und wodurch Transformation für uns stattfindet und gelingt.

Anders als in alten Überlieferungen, in denen das achte Haus mit dem realen Tod in Verbindung gebracht wurde, geht es in der psychologischen Astrologie um die Wandlung, die Transformation. Um das Sterben lassen alt gewordener Bindungen und Fixierungen, zugunsten der Erneuerung für das Leben.

So betrachtet, beinhaltet das achte Haus zwar unsere heiklen Themen, aber vor allem auch unsere Chancen.


Liebe Grüße
bluemoon
Der Administrator hat öffentliche Schreibrechte deaktiviert.
  • Seite:
  • 1
  • 2
Ladezeit der Seite: 0.089 Sekunden
Powered by Kunena Forum