2015 05 Januar

Mit einem „anderen“ Saturn ins neue Jahr

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Saturn ist in den Schützen gewechselt

Schtze

Bild: „Sagittarius“ von Jacopo Montano - Uranographia, Johann Bode. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sagittarius.jpg#mediaviewer/File:Sagittarius.jpg

Vielen von Ihnen ist vielleicht in all dem Trubel zu Weihnachten und zum Jahreswechsel entgangen: Saturn ist nach einem mehr als zweijährigen Gastspiel im Zeichen Skorpion am 23. Dezember in das Schütze-Zeichen gewechselt. Hier verweilt er nun bis zum 19. Dezember 2017, allerdings wird er 2015 auch noch einmal rückläufig und zwischen dem 15. Juni und 18. September wieder in das Skorpion-Zeichen zurückkehren.

Der Ingress des Saturn in den Schützen ist in der Tat ein bedeutsamer Zeitenwechsel, gerade vor dem Hintergrund, dass der „Hüter der Schwelle“ uns immer wieder Respekt einflößt. Und der Transit des Saturn durch den Skorpion war durchaus in der Lage, uns vor existentielle Fragen zu stellen. Die Prüfungen haben uns wahrscheinlich erkennen lassen, was im Leben nicht mehr stimmig war und uns im besten Fall zur Veränderung geführt. Andere wurden durch bestimmte Ereignisse, die mit Leid und Verlust zu tun hatten, zur Veränderung gezwungen oder erlebten wie sie in Angst vor der Veränderung erstarrten.

Wenn wir Saturn richtig verstehen wollen, dann müssen wir die mit ihm verbundenen Chancen erkennen. Letztendlich schafft er Klarheit in des Lebens reinster Form. Zentrale Fragen des Lebens werden damit beantwortet - was zählt im Leben wirklich? Die Bestandsaufnahme fällt im Zeichen Skorpion unter Umständen unangenehm aus und doch ist der zurückliegende Transit durch den Skorpion von besonderer Bedeutung, weil er uns wandelt und zum Kern unserer Persönlichkeit zurückkehren lässt. Im Sommer, während der rückläufigen Phase werden wir noch einmal daran erinnert und können Unerledigtes in diesem Sinne aufräumen.

Nun also ein „anderer“ Saturn. Unterschiedlicher als die Qualität zweier aufeinanderfolgender Zeichen ist in der Astrologie wenig. Die Erkenntnisse, die wir im Skorpion gewonnen haben, können wir nun in Form von neuen Ideen und Visionen umsetzen. Saturn im Skorpion hat uns vor Augen geführt, was nicht mehr läuft im Leben, was unserem innersten Selbst nicht mehr entspricht. Ganz im Gegensatz dazu zeigt uns der Saturn im Schützen in den nächsten Jahren nun, was uns inspiriert, was uns mit Sinn erfüllt und uns zu persönlichem Wachstum führt. Das ist ein sehr befriedigender, freudiger Prozess – den wir allerdings wie immer bei Saturn ernst nehmen sollten, denn Saturn wird uns prüfen, ob wir es ehrlich meinen.

Doch natürlich kann die Sinnsuche auch Unsicherheit erzeugen. Wo liegt die eigene innere Wahrheit, wenn sie überprüft wird? Diese Frage kann einiges aufwirbeln und für eine neue Standortbestimmung sorgen, in der wir erst einmal ratlos dastehen. Ist das alles noch richtig und erstrebenswert, woran ich bisher glaubte. Diese Glaubens- und Sinnkrisen werden uns während des Schütze-Transits begleiten. Sie wollen uns im Kern zu uns selbst führen. Sie können aber auch Ergebnis nicht vorgenommener Veränderungen und Anpassungen aus der Zeit des Skorpion-Transits sein. Fühlte man sich im Job oder der Beziehung schon länger unglücklich, hat aber nichts zum Besseren gewandelt, dann kann nun Sinnlosigkeit und Desillusionierung drohen. Letztlich sind sie die Chance seine eigenen Wünsche und Ideale zu erkunden und das Leben in diese Richtung zu lenken.

Saturn im Schützen wird uns ermächtigen und uns dabei auf einen Weg bringen, der uns zu uns selbst führt und eine eigene innere Autorität erschafft. Alexandra Klinghammer hat den Weg dorthin in der aktuellen Ausgabe der Astrologie heute (Nr. 172 – Dezember 2014/Januar 2015) hervorragend beschrieben: „Doch im Grunde wissen wir selbst – unser Geist wie unser Körper – am besten, was wir brauchen, was uns guttut und was uns wachsen lässt. Wenn wir bereit sind, die Macht wieder an uns zu nehmen, dann lehrt uns dieser Aspekt, Vertrauen in unsere innere Stimme zu entwickeln und uns von ihr führen zu lassen.“

Gelesen 13481 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 05 März 2015 14:49
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Stefan Ringstorff

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1 Kommentar

  • Kommentar-Link Sibylle Bollinger Mittwoch, 01 April 2015 08:47 gepostet von Sibylle Bollinger

    Sehr geehrter Herr Ringstorff,
    ja mit Saturn habe ich in meinem Leben
    schon die besten (im guten wie im schlechten) Erfahrungen gemacht.
    Im Radix steht bei mir der Saturn im 10.Haus im Skorpion mit Pluto im Löwen
    im 7.Haus im Quadrat. Dies sind Prüfungen,
    beruflicher und privater Natur, im auf und ab.
    Im Dez. 2014 kurz vor dem Wechsel in den Schützen, wurde diese Konstellation zum 1.mal direkt, d.h.: es tauchten plötzlich Schwierigkeiten (beruflich) rückwirkend vom Sommer 14 auf. Da ich wusste, dass etwas kommen muss, hatte ich mich darauf vorbereitet und dies einigermaßen für mich abfangen können.
    Dennoch war ich überrascht und aufgewühlt,dass ich mich, eigentlich eine abgeschlossene Sache, wieder auf den Tisch kam. Da dieser Übergang im kommenden Halbjahr sich zweimal wiederholt, im gesamten von ca. 3 Monaten am Stück...bin ich gespannt, wie ich das meistere. Zu Saturn im Berufshaus mit diesem Quadrat, kann ich zurecht behaupten, dass mich diese Konstellation in meinem Leben jetzt zum zweiten Mal prüft. Das Zeichen Skorpion geht schon ins Eingemachte und hinterlässt Spuren. Hätte ich nicht noch Jupiter in Konjunktion zu meinem Pluto im
    Partnerschaftshaus....dies brachte mir immer, aber wirklich immer ungemeine Kraft und auch die unglaublichsten Erfolge mit Menschen, die mich im letzten
    Augenblick "gerettet" haben.
    Ihren Artikel kann ich anhand meiner eigenen Lebenserfahrung nur bestätigen.
    Klar, das ausschlaggebende ist, in welchem Haus und mit welcher Konstellation Saturn im Radix des jeweiligen Horoskopeigners sitzt. Dementsprechend werden hier, in diesem halben Jahr, rückwirkend alle Ungereimtheiten, die man dachte erledigt sind, aufgetischt. Aber Saturn kann, z.B.: bei mir..., wenn ich mich füge, was mir manchmal schwer fällt, auch eine
    lange stabile berufliche Zeit geben.
    Dies ist manchmal schwer, da mein Mars auch Skorpion, einen Eifer an den Tag legt, der nicht jedermanns Geschmack ist.
    Hier tauchen dann Neid und Missgunst auf.
    Von Intrigen bis Mobbing habe ich schon alles erlebt. Hier stellte sich mir oft schon die Frage: wo ist hier Saturn!
    Er kam langsam, aber er kam! Durch Zufälle wurden Ungereimheiten für mich geklärt. Entweder blieb ich oder ich ging...für mich eine reine Vernunftsentscheidung...denke dies war Saturn im 10. Haus im Skorpion!!! es muss gereinigt werden.
    Vielen Dank für Ihren sehr guten Artikel, ich freue mich immer, wenn ich Infomaterial bekomme.
    Werde mich hinsichtlich der Astrologie-
    ausbildung, die ich bisher nur autodidakt
    erlernt habe, mit Ihrem Hause in Verbindung setzen.
    Wünsche Ihnen und dem Team einen schönen Tag und freundliche Grüße
    Sibylle Bollinger

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