Blog

Machen Sie sich keinen Kopf – auch wenn Merkur Ihnen manchmal auf den Geist geht
Planeten

Machen Sie sich keinen Kopf – auch wenn Merkur Ihnen manchmal auf den Geist geht

In einem Monat wie diesem, in dem es genügend Raum gibt, das Geschehene einmal in Ruhe zu überdenken, und der Merkur zudem ab Mitte des Monats das Denken nach innen richtet, erkennen wir die unglaublichen Möglichkeiten unseres Geistes: Nahezu unaufhörlich arbeitet unser Geist. Wir können das Denken nicht abstellen. Faszinierend ist das Eigenleben, das unser Denken führt. Wir können nicht nicht denken − höchstens in der absoluten Meisterschaft der Meditation mag es gelingen, gedankenleer zu sein. Doch wer schafft das wirklich? Wer weiß von diesem Zustand wahrhaftig zu berichten?

Das Denken kreist unaufhörlich. Manchmal springt und hüpft es und ist nicht aufzuhalten, ein anderes Mal gelingt eine Fokussierung und das Denken wird zur produktiven Kraft. Dann wiederum quält uns dieser Apparat. Wir können nicht loslassen, versinken in Gedanken, bekommen Kopfschmerzen und drehen eine erneute Gedankenschleife, bis der Schlaf uns Ruhe gönnt. Doch selbst in unseren Träumen merken wir, welch faszinierendes Werk unser Gehirn vollbringt – es ruht nicht etwa, sondern verarbeitet, schickt uns Träume aus dem Unterbewussten.

Wir können dieses Phänomen auch astrologisch betrachten. Was treibt unser Denken aus astrologischer Sicht an? Mit dem Denken verbinden wir astrologisch Merkur. Merkur ist das Symbol für die Verstandestätigkeit, das Unterscheidungsvermögen, den Intellekt und die Logik. Merkur ist beweglich und neutral. Was ihn in der Astrologie besonders macht, ist seine Wechselhaftigkeit. Er ändert seine Laufrichtung öfter als jeder andere Planet. Meist ist er direktläufig, doch etwa dreimal im Jahr wird er für ca. drei Wochen rückläufig. Dann beginnt eine Phase, in der wir Nachdenklichkeit und Grübelei produktiv nutzen können. In der rückläufigen Phase der Planeten lassen sich Dinge in den betroffenen Bereichen hervorragend aufarbeiten. In dieser Zeit kommt immer etwas auf den Prüfstand. Wir sollten Vernunft walten lassen und die Realität nicht aus den Augen verlieren. In den Rückläufigkeitsphasen der Planeten erfährt das Leben einen Realitätstest. Dann können wir nach innen schauen, unsere Mitte wiederfinden und begonnene Projekte nach der Rückkehr zur Direktläufigkeit zur Reife bringen. Vernunft walten zu lassen, gilt gerade auch für Merkur, denn er ist der Sonne, dem Wesenskern, ganz besonders nah.

Außerhalb der mundanen Stellung von Merkur haben wir mit der Astrologie selbstverständlich auch die Möglichkeit, auf die individuelle Stellung von Merkur zu blicken. Wenn wir also astrologische Konstellationen von Merkur betrachten, dann sind schwierige Merkurstellungen keine Blaupause für Grübelzwang und endloses unproduktives Nachdenken. Die Sterne zwingen eben nicht, und so kann eine spannungsreiche Merkur-Konstellation ein großer Motor dafür sein, die eigenen gedanklichen Möglichkeiten produktiv zu formen. Zunächst einmal nehmen wir die Welt durch die Augen von Merkur wahr und finden damit Anhaltspunkte für sorgenvolles, grüblerisches Denken. Merkur nimmt die Eigenschaften des Zeichens an, in dem er steht, und er wird gefärbt durch die Planeten, mit denen er einen Aspekt bildet. Er zeigt mit seiner Zeichen- und Häuserstellung die Art von Sorgen, die uns immer wieder beschäftigen.

Zwei typische Merkur-Muster unterstreichen dies: Da ist zum einen der Merkur/Saturn-Typus. Gibt es einen spannungsreichen Aspekt dieser beiden Planeten, steht der Merkur im Steinbock oder Saturn im 3. Haus, dann sind Tiefe, Gründlichkeit und Logik große Stärken. Doch der Antrieb allen Denkens sind oft Selbstzweifel. Merkur im Steinbock deutet häufig auf den Typus misstrauischer Zweifler hin. Dahinter liegt ein Verstand, der sich selbst nicht traut und seine eigenen Möglichkeiten für beschränkt hält. So fängt er an, sich zu wappnen, wird nachdenklich und schweigsam, oder pflegt kompensatorisch einen ermüdenden und ausufernden Kommunikationsstil. Merkur/Saturn-Verbindungen verharren oft auf der Problemebene, sodass sich sorgenvolles Denken breitmachen kann und keine Loslösung erfolgt. Das Denken dreht sich weiter im Kreis.

Zum anderen finden wir mit den Verbindungen von Merkur zu Mars und Uranus einen ganz anderen Typus. Hier springt der Geist unaufhörlich hin und her, kommt nicht zur Ruhe und fließt rastlos in seinem Gedankenstrom dahin. Unsere Welt ist voll von Reizen, ständig erfahren wir Ablenkung, der Geist kann nicht zur Ruhe kommen. Es scheint so, als sei dieser Typus besonders unzureichend gegen eine mentale Rastlosigkeit gewappnet. Das Denken ist unaufhörlich beschäftigt, und oft wird nichts zu Ende gebracht. Geduld und Ausdauer für eine mögliche Lösung fehlen, und so bauen sich gedanklich Berge an Unerledigtem auf, der Geist fängt von Neuem an, sich zu beschäftigen, und macht sich Sorgen, was zu nervlicher Dauerspannung führt.


Lesen Sie jetzt:

Möchten Sie jeden Monat astrologische Inspirationen erhalten? Melden Sie sich zum Newsletter an.

Bitte JavaScript aktivieren, um das Formular zu senden