2010 09 November

Psychologische Astrologie

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Anleitung-FalschdeutenAnleitung zum Falsch-Deuten, Teil 1

Wenn der Unterricht manchmal etwas vor sich ‚hinplätschert' und der Astrologie-Lehrer beiläufig bemerkt: „Als Maria über viele Jahre Single war, lief Uranus im Transit durch ihr 7. Haus", werden begabte und fleißige Teilnehmer augenblicklich wach. Ihre Augen fangen an zu glänzen, sie greifen zum Stift und notieren eifrig den wertvollen Umkehrschluss:

Uranus im Transit durch das 7. Haus = Es bahnt sich eine Single-Phase an oder eine bestehende Single-Phase wird sich für die nächsten Jahre verfestigen.

Und in der Tat ist es nun mal so, dass Uranus vom Single-Geist infiziert ist. Man sollte, wenn man irgendetwas an dieser Thematik verstehen will, diesen dafür verdächtigen Planeten niemals aus den Augen verlieren.

Wir wissen ja, dass uns für jedes Thema ein Horoskopfaktor zur Verfügung steht! Was für ein Reichtum sich uns eröffnet, wenn man solche Regeln beherzigt! Dann fließt die Astrologie, die Aussagen treffen voll und ganz ins Schwarze und der Astrologe kann sich vor Klienten-Anfragen nicht mehr retten. Spätestens nach einem Jahr Astrologie-Unterricht sollte man sich eine Fülle solcher Kostbarkeiten auswendig eingeprägt haben, denn so weiß man, wie der Hase läuft.


Zum besseren Verständnis übertrage ich diese Logik auf unsere Erfahrungen im Alltag, wo sich die Dinge ganz genau wie in der Astrologie verhalten. Denn im Umkehrschluss offenbart sich der tiefe Wahrheitsgehalt solcher Äquivalenzen!

„Als Marie eine Grippe hatte, litt sie unter Kopfschmerzen."
„Wenn Marie über Kopfschmerzen klagt, so kündigt sich eine Grippe an."

Sollte ein Klient in der Beratung erwidern, dass seine Kopfschmerzen von einem Kater herrühren, fallt nicht darauf herein! Auch wenn jemand auf einen Gehirntumor verweisen sollte, bleibt standfest. Erkennt, dass diese Menschen nur projizieren und sich mit der Grippe nicht auseinandersetzen wollen. Es ist ja nun einmal typisch, dass Klienten mauern und sich mit ihrem astrologischen Schicksal nicht ernsthaft befassen wollen.

Erklärt ihnen, dass sie sich mit ihrem Schatten, also der „Grippe", konfrontieren müssen, sonst werden sie sich niemals schöpferisch und konstruktiv entwickeln können. Schließlich funktioniert die Astrologie nach diesem Prinzip und hat sich genau deshalb über Jahrtausende hinweg bestens bewährt.

Wir wissen ja, dass die Astrologie grundsätzlich aus solchen Gleichungen besteht. Wer das beherzigt, zeigt, dass er über professionelle Kompetenzen verfügt. Es wundert einen nicht, dass es in Deutschland so viele Astrologen gibt, denn nach einem ordentlichen Astrologie-Training hat man sich diese Regeln ein für alle Mal in kürzester Zeit eingeprägt und und braucht sie nur noch getreulich zu befolgen. Das ganze Geschwafel der DAV-geprüften Astrologen über die Kunst, „synthetisch" zu deuten, stammt aus ihrer peinlichen esoterischen Neigung, den Klienten ganzheitliche Mixturen als Zaubertrank zu verkaufen ... In Wirklichkeit sind diese Astrologen unfähig, analytisch korrekt zu denken.

Gelesen 5923 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 18 Mai 2011 14:14
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Helen Fritsch

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