2010 15 Dezember

Spekulationen über Wikileaks-Sprecher Julian Assange

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Nicht nur über seine Motive und Ziele, sondern, wie könnte es auch anders sein -  natürlich auch über seine Geburtszeit

Über welchen Menschen zur Zeit am meisten spekuliert wird, erscheint mir unstrittig zu sein. Es ist der Wikileaks-Sprecher Julian Assange – analog zu einem Hollywood-Reißer auch gern „Amerikas Staatsfeind Nr. 1“ genannt. 786px-Julian_Assange_NorwaAssange bezeichnet sich selbst übrigens nicht als Gründer von Wikileaks, ein oft für ihn gebrauchter Begriff. Trotzdem ist eines klar: Wikileaks ist Julian Assange, er hat die Internet-Plattform zu dem gemacht, was sie ist und führt sie wie der Internettheoretiker Geert Lovink es nannte, „wie ein mittelständischer Unternehmer“.

Bild: „Julian Assange (Norway, March 2010)“ von Espen Moe - originally posted to Flickr as IMG_4739. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Julian_Assange_(Norway,_March_2010).jpg#mediaviewer/File:Julian_Assange_(Norway,_March_2010).jpg

Zur Zeit sitzt er in Untersuchungshaft in Großbritannien. Er wird in Schweden wegen „weniger grober Vergewaltigung“ in zwei Fällen mit Haftbefehl gesucht. Interpol wies ihn international zur Fahndung aus, daraufhin stellte er sich in London der Polizei. Die Kautionsauflagen sind sehr hoch, aber Assange könnte prinzipiell auf diesem Wege freigelassen werden.

Die USA zürnen, seitdem geheim gehaltene Dokumente frei verfügbar gemacht wurden, sie sehen sich in ihrer nationalen Sicherheit bedroht – nichts Neues aus den USA, auch unter Obama hat sich die Sicherheitspolitik der USA nicht geändert, von Offenheit kann keine Rede sein. Es gibt scheinbar genügend an Unangenehmen zu vertuschen. Gerade das aber ist das Ziel von Wikileaks: Offenheit. Dieses Spiel von Macht und Ohnmachterfahrungen passt bestens in meine Beschreibung der augenblicklichen Zeitqualität im Astro-Blog am 26. November zur Zeit von Pluto im Steinbock und einer Konjunktion zum Mondknoten und den Kommentar von Claudia Schulz dazu.

Nach außen hin erscheint das Bild von Assange als äußerst unscharf, es herrscht Ratlosigkeit über seine Ziele und Motive und in den Medien wird viel Unsinn verbreitet. Dabei ist Assanges Weltbild klarer als man denkt. Die Süddeutsche Zeitung kritisiert, dass sich keiner wirklich mit Assange auseinandersetze und schreibt dazu: „Julian Assange ist kein Rätsel. Es gibt genügend Schriften von ihm, in denen er sein Weltbild deutlich umreißt. Es wurzelt im Anarchismus, in den Werten der Hacker und im Willen zur Aktion.“ Er hat sich selbst als Anarchist beschrieben, als jemanden der für machtfreie Systeme eintrete und das Internet dafür nutze.

Da passt es wunderbar, dass sich auch unter Astrologen die Rätselei über die Persönlichkeit Asssanges fortsetzt. Bestätigt ist nur das Geburtsdatum von Assange, es ist der 3. Juli 1971 in Townsville, Australien. In Australien gibt es offenbar nur in Krankhäusern offizielle Aufzeichnungen der Geburtszeit, nicht bei Behörden. Jemand will dieses Geburtszertifikat als Kopie erhalten haben, worin die Geburtszeit 14.05 Uhr stehe. AssangeEin Blog diskutiert ausführlich über die Echtheit der Quelle, der Mountain Astrologer hält die Geburtszeit für sehr wahrscheinlich. Hier setzt sich also etwas fort, was in den Medien schon deutlich spürbar ist: Die Lust an der Spekulation, die Möglichkeit, persönliche Meinung mit einfließen zu lassen.

Ich möchte Ihnen, das Geburtshoroskop von Assange mit den spekulativen Daten trotzdem nicht vorenthalten und anregen es zu kommentieren.

Gelesen 44008 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 11 März 2015 12:11
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Stefan Ringstorff

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