2011 20 April

Kriegerische Zeiten im Nahen Osten und in Nordafrika

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Die Gewalt gewinnt die Oberhand: Nach den erfolgreichen Revolutionen in Tunesien und in Ägypten leiden die Menschen anderswo unter der gewaltsamen Unterdrückung ihrer Befreiungsbemühungen.

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Bild: gemeinfrei

Viele Völker der arabischen Welt haben sich in den letzten Monaten mit dem Demokratiedefizit und den autoritären Herrschern in ihren Staaten nicht mehr zufrieden gegeben und sind auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren. Mit dem Eintritt von Jupiter in den Widder waren die Revolutionen in Tunesien und Ägypten erfolgreich und die bisherigen Machthaber Ben Ali und Mubarak gingen freiwillig aus ihren Ämtern. Wir haben die Besonderheit an anderer Stelle in unserem Astro-Blog am 2. Februar bereits beleuchtet.

Doch seit einigen Wochen ist der Erfolg der Revolutionsbemühungen in anderen Ländern ins Stocken. In Libyen tobt seit Wochen ein blutiger Krieg. Trotz der Luftangriffe der NATO hält sich das Regime Gadaffi und liefert sich mit seinen Truppen einen Kampf gegen die Revolutionäre. Im Jemen und in Syrien eskalieren die Proteste der Regierungsgegner. Es gibt Tote und überall wird scharf gegen Demonstranten geschossen und alle Welt fragt sich, was die Proteste dieser Tage anders macht als die erfolgreichen Bewegungen in Tunesien und Ägypten.

Wir können uns die Zeitqualität aus mundanastrologischer Sicht anschauen und dort Hinweise finden, dass die Proteste heute in einem anderen Umfeld stattfinden als noch im Januar/Februar, als die überbordende Kraft des Jupiter im Widder alles hinwegräumte, was der Freiheit im Wege stand.

20.4Zunächst einmal sehen wir Pluto, der am 9. April stationär rückläufig wurde, flankiert von Saturn, der bereits seit einiger Zeit (26. Januar) rückläufig ist. Beide Planeten erinnern an alte Grenzen und Autoritäten, die festhalten und klammern und auf dem Weg zu einer neuen Ordnung Altes wieder erscheinen lassen. Uranus Eintritt in den Widder und damit in die Kardinale Klimax am 12. März wollte Veränderungen erzwingen und kollidiert natürlich genau an diesem Punkt mit den reaktionären Pluto-Saturn-Kräften. Jupiter im Widder verleiht den Demonstranten zwar weiterhin viel Wagemut und deren Aufbruchsstimmung ist ungetrübt. Gekoppelt mit einer Lilith in den gleichen Gradzahlen wie Uranus radikalisieren sich aber seit einigen Tagen bzw. Wochen die politischen Prozesse und es kommt zu nicht nachlassenden Kämpfen um die politische Macht, die sich derzeit gewalttätig äußern. Insgesamt geht es dabei jedoch eher um das Thema des sich annähernden Uranus-Pluto-Quadrates, nämlich den Übergang in eine neue gesellschaftliche und politische Ordnung, der im Sinne des Quadrates einen Kampf zwischen autoritärer Regression und demokratischen Aufbruch darstellt. Dieser Kampf wird uns noch 2015, wenn das Quadrat an Wirkung verloren hat, begleiten.

Gelesen 7902 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 11 März 2015 12:02
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Stefan Ringstorff

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