2011 20 Januar

Der 20. Januar ist ein besonderer Tag in den USA

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An diesem Tag werden die neuen Präsidenten vereidigt: Im Blickpunkt zwei besondere Erlöserfiguren - vor zwei Jahren trat Barack Obama ins Amt, vor 50 Jahren John F. Kennedy.

Wie kaum ein anderer US-Präsident hat John F. Kennedy die Menschen mit seinem Charisma und seinen Visionen fasziniert. Trotz seiner recht kurzen Amtszeit hat er Spuren wie kein anderer hinterlassen.


KennedyDas Attentat auf ihn hat viele Spekulationen hervorgerufen und bis heute liegen die Untersuchungsberichte der Warren-Kommission zu den Schüssen von Dallas unter Verschluss, was die Diskussionen über Verschwörungen nicht abebben lässt.

Ein sehr engagierter Film, „JFK-Tatort Dallas“ von Oliver Stone mit Kevin Costner in der Hauptrolle hat sich in den 1990er Jahren in epischer Breite mit den Verstrickungen der Geheimdienste auseinandergesetzt. Wir haben Kennediy in unserer Rubrik Astro-Wissen schon einmal betrachtet. Sein Neptun im 10.Haus stand im Blickpunkt meiner Äußerungen, die ich hier gern noch einmal aufnehmen möchte: „Bei Neptun im zehnten Haus geht es oftmals darum, die persönliche Identität aufzugeben für etwas, das größer ist als man selbst. Wir finden hier die Repräsentanten der Sehnsucht der Massen nach Erlösung. John F. Kennedy lässt sich mühelos in diese Reihe einfügen. Auch er wurde früh Opfer eines Attentats: Ungewollt zum Opfer zu werden, ist ein großes Thema von Neptun im 10. Haus.“

Die Kennedys sind eine der berühmtesten US-amerikanischen Familien, Der Vater von John kam als irischer Einwanderer in die USA und er hatte einen Traum, an dem er arbeitete: Einer seiner Söhne sollte Präsident werden. Doch die eigentliche Macht in der Familie hatte wohl die alles überdauernde, 1995 im Alter von 105 Jahren gestorbene, Mutter von John, Rose Kennedy. Wir sehen in der Radix von John sehr interessante Vater- (Uranus im 4. Haus) und Mutterthemen (Neptun und Saturn im 10. Haus).

Vor zwei Jahren schien es, als gebe es einen neuen Kennedy. Einen der im Sturm die Herzen der Menschen eroberte und den Traum nach Frieden nährte: Barack Obama, der im ersten Jahr seiner Amtszeit gleich den Friedensnobelpreis für seine Abrüstungsbemühungen gewann. Doch Obama hat viel Gegenwind erfahren. Er ist mit seinem Sonne-Neptun-Quadrat ein Idealist, der hoffentlich nicht enttäuscht wird. Während er im Wahlkampf und im ersten Jahr seiner Amtszeit noch alle Hebel in Bewegung setzte und die Chancen auf Reformen groß schienen, war sein zweites Amtsjahr von vielerlei Hemmnissen und der Begegnung mit festgefahrenen konservativen Strukturen geprägt.

Sein Wahlkampfslogan hieß „Change“ was für ein schönes Motto für einen Wassermann-AC. In einem neuen Buch („Obamas Kriege“) seziert der Enthüller des Watergate-Skandals und intime Kenner US-amerikanischer Politik, Bob Woodward das Führungsverhalten des Präsidenten und gibt uns damit viele Belege, die sich in der Radix Obamas manifestieren. ObamaDie Süddeutsche Zeitung zitiert einen Beitrag der New York Times demnach das Buch „einen professionellen Präsidenten (beschreibt), der seinen Beratern Hausaufgaben aufgab und sich wehrte gegen Versuche der Militärs, ihn zu einer Entscheidung zu zwingen, mit der er sich nicht wohl fühlte". Obama scheint an der Oberfläche ein geduldiger Mann zu sein, doch dann bricht es sich auch wieder Bahn, wie der Deutschlandfunk in seinem Beitrag über „Obamas Kriege“ schreibt: „Minutiös beschreibt Woodward neun mehrstündige "oft mörderische" Sitzungen des Nationalen Sicherheitsrats. Bis Obama sich mit einem deutlichen "Ich hab die Schnauze voll" hinsetzt und seine Entscheidung diktiert, sechs Seiten lang.“ Wir sehen das Verhalten einer Opposition von Sonne und AC, eines Schwankens zwischen Unsicherheit und berstenden Selbstvertrauens. Und wir sehen eine interessante Aspektfigur, ein T-Quadrat von Mond, Chiron und Pluto. Obama ist in der Lage, Tabus zu brechen und alle Fesseln von sich zu werfen und doch bleibt er ein verletzbarer Menschen, der die Wunde solcher Auseinandersetzungen besonders deutlich spürt.

Gelesen 34925 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 18 Mai 2011 13:57
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Stefan Ringstorff

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