2011 02 Februar

Nun kündigt auch Mubarak seinen Rückzug an

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Jupiter im Widder und die Revolutionen im Nahen Osten und Nordafrika.

Wenn Jupiter ins Zeichen Widder wandert, dann schleicht er nicht dort hin und hält erst mal inne, um sich Bewusstheit zu verschaffen wie beim vorherigen Wechsel in die Fische – nein, er entfacht ein Feuer und eine Energie, die sich schlagartig Bahn bricht. WidderAm 22. Januar wechselte Jupiter seinen Zeichenhintergrund tritt seitdem mit aller Inbrunst als Widder auf.

Und plötzlich passieren auf politischer Ebene Dinge, die man nicht für möglich gehalten hätte.

Alte, verkrustete autoritäre Regime in Nordafrika und dem Nahen Osten purzeln reihenweise um. Erst war es Tunesiens Präsident Ben Ali, der schon am 14. Januar nach gewaltsamen Protesten das Land Richtung saudi-arabisches Exil verließ. „Der Ceausescu der Sanddünen", wie ihn die Süddeutsche Zeitung in einem Artikel nannte, regierte 23 Jahre mit harter Hand. In Jordanien wurden die Regierung nach Protesten vom König Abdallah entlassen und in Jemen geht der Präsident nach mehr als 30 Regierungsjahren von Bord – ebenfalls nach langen Demonstrationen der Bevölkerung.

Hosni_Mubarak_ritrattoGestern erwischte es auch Husni Mubarak, seit 30 Jahren als autoritärer Übervater sein Land regierend und ein wichtiger Verbündeter des Westens und Israels an der Nahtstelle langjähriger Kriege und Konflikte im Nahen Osten. Er kündigte seinen Rückzug zu den Wahlen im September an. Doch der Bevölkerung reicht das nicht. Sie protestiert weiter und fordert seinen sofortigen Rücktritt. Der Ausgang ist momentan noch offen.

Jupiter bedeutet im Widderzeichen Tatkraft und frischen Schwung, den man unverzüglich in die Tat umsetzen und die Initiative ergreifen sollte. Die Bewegungen, die von einer breiten Bevölkerung aktiv oder zumindest wohlwollend mitgetragen werden, beschreibt Verena Bachmann in der aktuellen Ausgabe von Astrologie heute perfekt, wenn sie allgemein auf Jupiter im Widder eingeht: „Er (Jupiter in Widder) verstärkt den Drang nach Freiheit, die Tendenz, sich voller Begeisterung in Abenteuer zu stürzen und eine Überzeugung oder ein Ideal mit grossem Engagement zu vertreten“ – eindeutiger kann man die aktuellen mundanen Energien nicht beschreiben.

Was kommt und was folgt nach den Revolutionen? Natürlich weiß es keiner mit Bestimmtheit. Doch glaube ich, dass sich etwas Altes, uns lange Blockierendes, in der sich anbahnenden Zeitqualität auflösen kann. In den Ländern des Westens wehren sich die Bevölkerungen gegen staatliche Bevormundungen. Der Staat und seine Institutionen stehen unter Druck und reagieren oftmals reaktionär oder repressiv. Die Mär von der allgegenwärtigen Terrorgefahr schränkt die Freiheitsrechte der Bürger ein und mit allen Mitteln wird gegen die Enthüllungsgefahren durch Wikileaks vorgegangen. Es herrscht eine Art Krieg um die Wahrheit, um den Zugang zu Informationen.

Zudem hat in den letzten zehn Jahren ein Muster regiert, in dem die Angst vor dem Anderen, vornehmlich vor dem Islam, politikprägend war und zu vielen, auch kriegerischen Auseinandersetzungen geführt hat. Die muslimisch geprägten Staaten beweisen uns nun gerade das genaue Gegenteil: Nämlich, dass wir keine Angst vor einer Radikalisierung haben müssen, nirgendwo ist ein radikaler Islam auf dem Vormarsch, die neuen Regierungen werden weltlicher denn je sein. Da bricht ein Paradigma zusammen, das die westliche Welt seit 10 Jahren zusammenhält – der Kampf gegen den Terror, ein friedloses Feindbild.

Am 25. Februar bilden Jupiter und Pluto ein Quadrat und ich möchte nochmals Verena Bachmann zitieren, weil es so treffend das Vorangesagte mundan-astrologisch charakterisiert: „Im Vordergrund steht hier der Umgang mit Macht, die Frage, wer über Recht und Unrecht bestimmt und welche Wahrheit gilt, vor allem in Bezug auf politische, religiöse und wissenschaftliche Dogmen sowie das Verhalten von Leitbildern und Führungsfiguren. Erfahrungen und Ereignisse dieser Zeit dürften bestehende Widersprüche deutlich machen, allenfalls auch eine wichtige Wende einleiten.“ Hoffen wir also auf eine Wende – hierzulande und vielleicht auch in unseren eigenen Köpfen.

Gelesen 15768 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 18 Mai 2011 13:49
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Stefan Ringstorff

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