2011 05 Mai

Sehnsüchte und drängende Kräfte: Überlegungen zu Osama bin Ladens Tod

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800px-Obama_and_Biden_awaitSchauen Sie sich einmal genauer das Bild von US-Präsident Barack Obama und seinem Stab, die die Tötung Bin Ladens live mitverfolgen, an.

Bild: http://www.flickr.com/photos/whitehouse/5680724572/

Heutzutage beherrschen die Medien unsere Wahrnehmung der Realität, zumindest in Zeiten in denen Neptun in die Fische getreten ist und seit sich Chiron dort auch erst seit kurzem niedergelassen hat, weckt dies auch veritable Sehnsüchte.

Die Financial Times Deutschland hat einen klugen Artikel über die Inszenierung dieses Fotos geschrieben, in denen sie jeden einzelnen Bildbestandteil und seine Funktion analysiert, andere Zeitungen lassen dieses Foto dagegen unkommentiert stehen.

Und dass man auf die verführende Kraft der Bilder einerseits sehnsuchtsvoll reagieren kann und Mythen besondere Bedeutung bekommen kann, zeigt die Kraft von Neptun in den Fischen. Menschliche Schwächen werden zu schmerzlichen Erfahrungen. Vielleicht ist es das, was mich schockiert zurück lässt, wenn ich die Bilder jubelnder Menschen nach der Tötung Bin Ladens sehe. Ein getöteter Mann, bleibt ein getöteter Mann. Der Anstand gebietet nicht in Jubel zu verfallen, sondern sich zu überlegen, warum man nicht in der Lage ist, Verbrechern einen Prozess zu machen, sondern sie eliminieren muss. Ein demokratischer Rechtsstaat wählt andere Mittel.

Bin Laden war ein Mythos, ein wohlgepflegter der USA und ihrer Verbündeten. Jetzt ist er tot und die Sehnsüchte der Menschen kulminieren im Jubel und im Gedenken an die Opfer des 11. Septembers. Mit Neptun und Chiron in den Fischen sind dies die Sehnsüchte nach einer heilen Welt, in der alles so ist wie es früher einmal war: Scheinbar sehnen sich die jubelnden Menschen in den USA nach einer Welt, in der sie nicht verwundbar sind und die eigene Überlegenheit erleben wollen.

Das ist die eine Seite der Tötung Bin Ladens. Die andere erzählt etwas von den weiterhin drängenden Kräften dieser Zeit und etwas über das Aufflammen alter Auseinandersetzungen. Pluto wurde am 9. April stationär rückläufig im Steinbock und nun kommt das Thema Terror wieder auf den Tisch. In der Phase der Rückläufigkeit ist es kein Wunder, das wir an alte Themen erinnert werden und diese wieder an Kraft gewinnen. Die typische Reaktion des autoritären Staates in den Zeiten von Pluto in Steinbock ist die Machtdemonstration und unter einem rückläufigen Pluto kommt ein fast vergessenes Thema wieder auf den Tisch, nämlich die Beschäftigung mit Bin Laden. Mit seiner Tötung wird Stärke demonstriert. Ich habe über dieses wiederkehrende Phänomen schon im Astro-Blog am 26.11.2010 berichtet und den auch heute zutreffenden Titel „Wenn Stärke nur gespielt wird und die Angst der Motor ist“ gewählt.

Die drängenden Kräfte sind immer noch groß in einer Zeit, in der Uranus, Jupiter, Lilith, Mars im Widder stehen, zeitweilig kamen auch noch Venus und Merkur hinzu. Altes wird in diesen Zeiten aufgebrochen und überraschende Ereignisse erzwingen Veränderung. Interessant ist hierbei die Rolle der Lilith, die für eine Radikalisierung der Prozesse sorgt und uralte Ängste weckt. Es fällt leichter, die Tötung Bin Ladens in diesen mundanen Zusammenhang einzuordnen und die wirksamen Kräfte zu verstehen.

Gelesen 12702 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 11 März 2015 12:02
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Stefan Ringstorff

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1 Kommentar

  • Kommentar-Link Claudia Schulz Freitag, 06 Mai 2011 09:37 gepostet von Claudia Schulz

    Es scheint manches so diffus geworden in der letzten Zeit und ich frage mich, was hat wohl Neptun mit alledem zu tun und liefert er uns gerade einen Einblick in das, was im kommenden Jahr 2012, wenn er endgültig in die Fische eintritt, für lange Zeit unsere Realität bestimmt ? Okay, bei Neptun von Realität zu reden, ist schon etwas gewagt. Es kommt vielleicht dann eine Phase, in der man sich die Augen reibt und fragt, „Realität – gibt es das überhaupt...?“ Vielleicht rettet uns da nur die buddhistische Lehre, die davon ausgeht, dass alles was wir um uns herum wahrnehmen, nur eine Illusion sei.

    Die Bilder, die wir sehen sind doch sehr fragwürdig geworden und ihre Echtheit anzuzweifeln erscheint – wenn man die Möglichkeiten der Bildbearbeitung kennt und ebenso weiß, dass es vor allem Machtinteressen sind, die Regierungen zum Handeln bewegen oder eben zum Nichthandeln - mittlerweile mehr Realitätsbezug zu haben, als seinen Augen noch zu trauen.

    Wir bewegen uns irgendwie auf einem gefährlichen Grad. Menschen sind so leicht zu manipulieren, durch das was sie unmittelbar wahrnehmen. Schnelle und viele Nachrichten, so entworfen, dass sie die Interessen derer wiedergeben, die sie in die Welt setzen. Aus verschiedenen Richtungen werden unterschiedliche Befindlichkeiten in Bezug auf einen Sachverhalt geäußert – wer soll sich da noch auskennen? Hier kann sich doch jeder die Realität heraus picken, die ihm am dienlichsten erscheint.
    Mir zumindest scheint: Es ist wohl eher so, dass weniger die Stunde von Augen, Ohren und Mund geschlagen hat, als vielmehr die des Herzens.
    Zu keiner Zeit konnte ich jubeln, wenn jemand getötet oder ihm anders Gewalt angetan wurde – egal, ob im Krieg, bei einem Terrorakt, um Geständnisse zu erhalten oder wie auch immer.

    Es sind immer Menschen, die betroffen sind. Es spielt keine Rolle, ob sie eine Uniform tragen oder einer Ideologie folgen, oder vielleicht Angehörige derer sind, die verfolgt wurden.
    Es entsteht immer Leid und wenn es so ist, wie es berichtet wird, so spielt es auch keine Rolle, dass es die Tochter von bin Laden ist, die ihren Vater sterben sah. Es ist ein unschuldiges Kind, das nichts dafür kann und das großes Leid erleben muss.

    Die Welt ist aus meiner Sicht seit dieser Tötung keine sicherere geworden. Der Jubel reine Zweckorientiertheit. Solange es die Welt nicht schafft, die Gründe für Terrorismus oder Piraterie, für extreme Ideologien zu beseitigen, in dem sie Menschen eine konstruktivere Perspektive gibt, wird jede Tötung im Namen von Frieden und Gerechtigkeit noch sinnloser, als sie es ohnehin schon ist.

    Unser Herz und unser Mitgefühl, die Erkenntnis, dass wir alle Eins sind auf dieser Welt ist es wohl, was uns eine positive Zukunft sichern kann. Neptun hat in Fische hierbei viel anzubieten. Ich denke, er ist sich aber auch nicht zu schade, uns zu enthüllen was es heißt, den unerlösten Weg zu gehen ...

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