2014 12 Mai

Zum Wandel gezwungen? Und wohin überhaupt?

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Die momentanen Konstellationen in der astrologischen Beratung

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Bild: http://commons.wikimedia.org/w/index.php?title=User:Kintianua&a

Seit geraumer Zeit beschäftigt die Astrologen das Thema Umbruch. Die Welt befindet sich in einem länger andauernden, nun aber an Tempo und Intensität rasant zunehmenden Wandlungsprozess. Das, was mit der Uranus/Pluto-Konjunktion 1965/66 und dem geistigen Aufbruch begann und sich mit der Uranus/Neptun-Konjunktion 1992 und dem spirituellen Wandel fortsetzte, erlebt zur Zeit geradewegs seinen Höhepunkt. Die schiere Fülle an herausfordernden astrologischen Konstellationen ist immens: Zur Zeit ist es das Uranus/Pluto-Quadrat, das Große Kreuz der kardinalen Zeichen mit Jupiter, Uranus, Pluto und einem wechselnden vierten Partner, der rückläufige Mars und Saturn in Skorpion in Rezeption zu Pluto in Steinbock.

Diese mundanen Konstellationen sind für alle gleichermaßen gültig.

Alles wandelt sich und das, was beharren möchte, erlebt eine Krise. Feste Systeme und Strukturen erleben einen grundsätzlichen Umbruch. Bisherige Weltbilder und Wertesysteme erweisen sich als nicht mehr tauglich in diesen Zeiten. Eine neue Zeit erfordert neue Haltungen und Grundsätze. Das ist die eine Seite, die uns zu großer Flexibilität mahnt. Die andere Seite macht uns verletzlich und lässt uns erkennen, dass wir bei allen Möglichkeiten doch begrenzt sind. Bei aller Individualisierung hängt doch alles mit allem zusammen. Der Mensch ist keine Insel.

Vor dem Hintergrund dieser Einsichten spielen sich individuelle Krisen ab, die damit etwas zu tun haben, dass nun die Schattenthemen laut werden. Ihre Stimmen drängen ins Bewusstsein und wollen Gehör finden. Sie fordern uns auf, dass wir uns mit verdrängten und längst beseitigt geglaubten Inhalten unserer psychischen Abstellkammer auseinander setzen.

Astrologische Beratung hat zur Zeit vielfach Umbruch und Wandel auf individueller Ebene als Thema der Gespräche. Selbstverständlich, die Sterne machen nur geneigt, sie zwingen nicht. Und doch habe ich es in dieser Woche selbst wieder erlebt, als ich eine Reihe von Kurzberatungen bei einem Tag der offenen Tür durchführte und mir in verblüffender Weise vorgeführt wurde, wie individuell ähnlich sich die astrologischen Konstellation in der jeweiligen Radix manifestieren.

Die Manifestation des jetzigen Umbruchs erfolgt vor allem bei Personen mit kardinaler Betonung, denn das Uranus/Pluto-Quadrat sowie Jupiter und Mars befinden sich in kardinalen Zeichen. Und so waren es vor allem Gespräche mit Personen mit Widder-, Waage-, Krebs- und Steinbock-Betonung. Diese zeigen in der Konfrontation mit persönlichen Umbruchsituationen vielfach ein ähnliches Reaktionsmuster. Verena Bachmann hat in der aktuellen Astrologie heute (Nr. 168 - April/Mai 2014) über „Astrologische Hilfsmittel in Krisen, Umbruch und Wandel“ geschrieben und dabei auch typische kardinale Reaktionsmuster beschrieben, die vortrefflich meine Beobachtungen in den Beratungen wiedergeben: „Da diese Menschen zwar kurzfristig enorm viel Kraft freisetzen und entsprechend viel bewegen können, es ihnen jedoch langfristig an Durchhaltevermögen fehlt, kann es vor allem in umfassenderen Krisen oft vorkommen, dass nach einem Aktivitätsschub Eifer und Einsatz erlahmen und der Prozess ins Stocken kommt.“

Spätestens dann beginnt die Zeit des Nachdenkens und der Reflexion. Viele astrologische Beratungen finden genau in dieser Phase statt – die ersten Erfahrungen sind gesammelt, Schritte und Wege begangen und dann hakt es, es geht nicht so voran, wie gedacht. Ein guter Zeitpunkt, um das Gespräch zu suchen.

Die wichtigsten Auslösungen im Horoskop sind durch den Lauf der äußeren Planeten initiiert. Dementsprechend langwierig sind die Wandlungsprozesse auf individueller Ebene. Uranus im Widder wirbelt einiges durcheinander. Im Quadrat mit Pluto haben die Prozesse oftmals etwas zwanghaftes. Man fühlt sich getrieben und zum Wandel gezwungen. Da fällt es schwer, die notwendige Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Vieles und immer Neues stürmt auf einen ein und die turbulenten Zeiten nehmen kein Ende. Sollte ich mich nun entscheiden? Weitergehen, auch wenn es stockt? Klar zu sehen, fällt in solchen Phasen schwer. Die astrologische Beratung kann darauf hinweisen, dass es Phasen gibt, in denen man aushalten sollte, weil der Wandel weiter anhält und die Zeit noch nicht reif ist. Sie kann Mut machen und auf die inneren Ressourcen hinweisen.

Saturn ist hier eine große Hilfsquelle. Er gibt Struktur, Halt und Sicherheit in unruhigen Zeiten. Mit seiner Willenskraft und Disziplin ist es möglich, die Herausforderungen zu meistern. Er lässt uns erkennen, was bleibt und das hinter uns zu lassen, was keinen Wert mehr für unser persönliches Leben hat. Kurz gesagt: In der astrologischen Beratung von Wandlungsprozessen ist Saturn der beste Ratgeber.

Gelesen 12706 mal Letzte Änderung am Dienstag, 10 März 2015 10:51
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Stefan Ringstorff

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2 Kommentare

  • Kommentar-Link Melanie Klügl Donnerstag, 15 Mai 2014 15:07 gepostet von Melanie Klügl

    Lieber Stefan,
    schön beschrieben. Ich glaube heute kann keiner mehr sagen, dass er den Wandel der passiert nicht spüren kann!
    Für mich ist der Uranus und der Pluto gerade sehr herausforderns.

    Liebe Grüße

  • Kommentar-Link Claudia Schulz Dienstag, 13 Mai 2014 21:10 gepostet von Claudia Schulz

    Lieber Stefan,
    das ist ein wunderbarer Text zum Thema! Mit meinen kardinalen Achsen und dem daraus für mich in diesen Zeiten resultierenden "quadratischen Erleben" fühle ich mich in deiner Beschreibung super erkannt und der Prozess verläuft genau so!
    Auch die saturnische Kraft kann ich mittlerweile gut spüren und auch, wie sie weiterhilft, um trotzdem geduldig dran zu bleiben und die Dinge reifen zu lassen... Danke! :-)

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