2014 15 August

Zum Tod von Robin Williams

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101px-Robin_Williams_2011a_2Wenn Komödie und Tragödie ganz eng beieinander liegen

Bild: „Robin Williams 2011a (2)“ von Eva Rinaldi → Flickr: Robin Williams - →Diese Datei ist ein Ausschnitt aus einem anderen Bild: File:Robin Williams 2011a.jpg.. Lizenziert unter Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Robin_Williams_2011a_(2).jpg#mediaviewer/Datei:Robin_Williams_2011a_(2).jpg

In der Nacht vom 10. auf den 11. August ist der große Schauspieler Robin Williams gestorben. Das, was viele bestürzt hat, ist der Selbstmord eines Mannes, der seit langem an Depressionen litt und in seinen Filmen oft alles andere als einen traurigen Menschen verkörperte, sondern ein großer Komödiant war.

Mit der Astrologie können wir auf sein Horoskop blicken und versuchen, diese Widersprüchlichkeit und den extremen Entschluss, das Leben selbstbestimmt zu beenden, zu fassen.

Die Einzigartigkeit seiner überbordenden und ständig sprudelnden Fähigkeit zum komödiantischen Ausdruck finden wir in seinem Horoskop in zwei markanten Konjunktionen wieder.

Da ist zum einem Merkur/Pluto in seiner Stellung am MC im Löwen und zum anderen Mars/Uranus in Krebs. Da ist einer der die Show und den Auftritt in der Öffentlichkeit liebt, er kann sich wunderbar verstellen und Rollen annehmen und ausfüllen, noch dazu mit einer sprachlichen Kraft wie kein Zweiter. Man hat ihm nachgesagt, dass man ihn am besten improvisieren lassen konnte, selbst in Filmen mit festen Drehbüchern gab es Raum für Williams diese Kraft des spontanen Ausdrucks einzubringen und die Filme damit einzigartig zu machen. Mit Merkur/Pluto konnte er es aus einer reichen Intuition schöpfen. Mars/Uranus in Krebs ist der Künstler, der in einem unglaublichem Tempo jeden Rahmen sprengt. Die Unruhe ist hier ein Antrieb Außergewöhnliches zu schaffen.

 Robin_Williams

Das, was ihn beruflich antrieb, ist im privaten Leben nicht so leicht zu leben gewesen. Innerlich ständig in Unruhe und Aufruhr zu sein und seine Gefühle auszuagieren, ist keine leichte Aufgabe. Wir sehen bei Robin Williams eine Verbindung der Krebs-Konjunktion zum Mond in den Fischen, einem neptunischen Mond, den es ganz hinab ziehen kann, der sich ganz auflösen kann in den Tiefen seiner Gefühle. Robin Williams hat nie einen Hehl aus seinen Alkoholproblemen gemacht. Es gab auch Phasen von Schwierigkeiten mit anderen Drogen. Die Opposition von Jupiter und Neptun kann ein Indiz für diese Phasen des Abgleitens in die Sucht sein. Beide Planeten stehen noch dazu im Quadrat zur Konjunktion von Mars und Uranus und nehmen das Thema der inneren Unruhe auf. Und doch ist auch dort der Tiefgang, die Verletzlichkeit und die hohe menschliche Komponenten seiner schauspielerischen Leistungen verankert, die sich in den Charakterrollen in „Der Club der toten Dichter“, „König der Fischer“ oder „Good Will Hunting“ zeigten. Hier sah man mit welch feinem Gespür er seine Rollen auswählte, wie viel von sich selbst er dort zeigen konnte und wie stark er damit war - doch das war sicher nur die eine Seite.

Den Robin Williams abseits der Filmwelt hat es mit Blick auf die aktuellen Transite in seinem Horoskop arg erwischt, denn die Auslösungen in seinem Horoskop betreffen direkt die neuralgischen astrologischen Konstellationen bei ihm. Der Vollmond am 10. August in Opposition zu seinem Pluto mag ihn hinab gezogen haben und war wohl nur ein letzter Auslöser einer Reihe herausfordernder Transite, die ihn immer wieder mit seinem Grundthema Angst in Verbindung gebracht haben: Wie gefangen in sich selbst ist Williams beispielsweise gewesen während des momentanen Transits von Saturn über seinen AC? Ohnehin schon ängstlich, gar depressiv wird er diese Phase als besonders freudlos und einschränkend erlebt haben.

Der Transit-Pluto in Opposition und der Transit-Uranus im Quadrat zu seiner Mars/Uranus-Konjunktion sind zwingende Kräfte, die ihn wieder zurück geworfen haben auf sein Grundproblem, das er phasenweise mit Alkohol und Drogen versuchte zu bekämpfen: Das Grundgefühl seines Lebens war wohl die Angst, die in dieser Phase seines Lebens wieder allumfassend wurde.

Der Neptun-Transit am aufsteigenden Mondknoten zeigt uns dann wohin sich alles richtete- ein Sehnsuchtstransit: Da träumte einer von der Auflösung, dem Aufgehen in etwas Größerem, endlich ohne Ängste sein – der Suizid als Lösung für ein wenig freudvolles irdisches Dasein; vielleicht sogar die gewünschte Befreiung von allen psychischen Fesseln mit einem Transit-Uranus an der Jupiter/Neptun-Opposition?

Gelesen 9351 mal Letzte Änderung am Dienstag, 10 März 2015 10:50
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Stefan Ringstorff

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