2010 25 Oktober

Französischer Finanzhändler wird zum Milliardenbetrüger

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Jérôme Kerviel hat eigenmächtig 5 Mrd. Euro als Finanzhändler für eine französische Großbank verzockt – und muss diese nach einem Gerichtsurteil nun zurückzahlen

Am 5. Oktober erging in Paris das Urteil gegen den ehemaligen Wertpapierhändler Kerviel. Er stand vor Gericht, weil er beschuldigte wurde, unautorisiert knapp 5 Mrd. Euro der Société Générale mit Wertpapiergeschäften verspielt zu haben. Damals war er noch für die französische Großbank tätig, die für ihre mangelnde Aufsicht eine Strafe von 4 Mrd. Euro an den Staat zahlen musste und bei der zwei Vorstände ihren Hut nehmen mussten.

Kerviel wird die Summe nicht einmal ansatzweise zurückzahlen können und nach seiner Haftstrafe von fünf Jahren als junger Mensch lebenslang mit dieser Bürde leben müssen. Er hat sich in seiner Verteidigung als Opfer des Systems inszeniert. Er sei in eine Spirale geraten und berauscht vom Erfolg und nur das Symbol für die Exzesse eines verantwortungslosen Systems gewesen. Doch nun ist die Bank das Opfer und Kerviel eindeutig zum Täter gesprochen, als derjenige, der das meiste Geld auf der Welt verspielt hat.

KervielWir suchen nach Indizien in seinem Horoskop für seine unglaubliche Tat und finden zunächst einen interessanten Saturn. Kerviels Saturn im zweiten Haus kompensiert möglicherweise die eigene Unsicherheit und das Gefühl des Unbehagens im Umgang mit Geld, indem er sich eine Scheinsicherheit mit umso größeren Summen geschaffen hat. Ein Luftschloss, das dann später einstürzte. Die Verbindung von Vision (Neptun) und konkreter Wirklichkeit (Saturn), die sich bei Kerviel harmonisch in einem Trigon ausdrückt, kann taktische Qualitäten verleihen. So wusste er sehr wahrscheinlich genau, worauf er es anlegen musste, um geschäftliches Vertrauen zu erreichen. Doch steht der Saturn auch im Quadrat zu Jupiter. Unter Umständen ist dieser Einfluss schwer zu handhaben und führt erst durch einschneidende Erfahrungen zur Einsicht. Für die verantwortungsvolle Position, die Kerviel innehatte (Saturn) fand er kein Maß und wählte übersteigerte Ausdrucksformen (Jupiter). Der disharmonische Aspekt hat ihn in eine Situation geführt, der er nicht gewachsen war und in der er beängstigend hohe Risiken einging.

Sein Aszendentenherrscher Mond ist gespannt aspektiert. Offenbar hat er kein positives Ventil gefunden und die Schwierigkeiten dieser Spannung voll erfahren: Mond Quadrat Merkur verleiht die Neigung zu Konzentrationsschwierigkeiten, was die Folge haben kann, sich nicht genügend zu orientieren und voreilig Schlüsse zu ziehen. Sich zu beweisen und behaupten zu wollen, ist das Bedürfnis einer Verbindung von Mond und Mars. Im Spannungsaspekt, wie dem Quadrat bei Kerviel kann dies zu impulsiven und unbedachtem Verhalten führen – wie sonst hätte er hemmungslos auch nach den ersten Verlusten in den diesen Dimensionen weitermachen können?

Gelesen 13096 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 18 Mai 2011 14:24
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Stefan Ringstorff

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