2017 21 März

Braucht man 500 Beratungen, um ein guter Astrologe zu werden?

geschrieben von Helen Fritsch

Die Kunst, Horoskope richtig zu deuten

Die Kunst, richtig zu deuten. Der US-amerikanische Diplom-Psychologe und Astrologe Stephen Arroyo schrieb, um als Astrologe brauchbar zu arbeiten, sollte man mindestens 500 Horoskope gedeutet haben.

Als ich diesen Satz las, war ich am Anfang meiner Karriere, und das wirkte auf mich im ersten Moment etwas demoralisierend. Als echter Zwilling sagte ich mir dann jedoch gleich: Wer weiß, ob das wirklich stimmt. Eine typische Zwillingsstärke besteht in der Tat darin, sich nicht von Überzeugungen einengen zu lassen. Heute habe ich diese Zahl an Beratungen längst überschritten und kann versichern, dass es keine magische Zahl gibt, ab wann man ein guter Astrologe ist. Allerdings stimme ich insofern zu, als die Praxis eine sehr große Rolle in der Astrologie spielt, aber ist das tatsächlich ein Kennzeichen der Astrologie? Ein guter Arzt, Lehrer, Anwalt usw. braucht selbstverständlich ebenfalls viel Erfahrung. Genau wie auch eine Sekretärin oder ein Maurer erst durch die Praxis zu Experten in ihrem Bereich werden. Lassen wir also diese Binsenweisheit beiseite.

Aber worauf kommt es wirklich an? Was wollte Arroyo damit sagen? Wahrscheinlich, dass man sich vornimmt, selbst mit der Astrologie zu wachsen. Unsere Klienten sind unsere besten Lehrer. Aber wir müssen noch Wege finden, von ihnen zu lernen. Woher kann ich wissen, dass ich mich ausreichend konfrontiere, anstatt den bequemen Weg zu gehen? Astrologe zu sein, ist eine einsame Angelegenheit. Dass der Klient mir einen Spiegel vorhält, klingt ja gut, aber schaue ich wirklich hinein? Und wenn ja, sehe ich das, was ich sehen sollte? Und woran könnte ich merken, dass Wachstumsprozesse tatsächlich kontinuierlich geschehen? Fakt ist, dass die meisten Astrologen keine anspruchsvolle Ausbildung abgeschlossen haben. Viele wissen nicht einmal, was das Wort „Supervision“ bedeutet. Der Deutsche Astrologen-Verband hätte sicher die größte Mühe, seine beratenden Mitglieder dazu zu verpflichten. Man würde viele Gründe aufzählen, warum eine Verpflichtung dazu nicht notwendig wäre. Persönlich würde ich ebenfalls nicht für „Verpflichtungen“ plädieren. Aber doch für ein Bewusstsein darüber, dass Supervision notwendig ist, und zwar mehr oder weniger fortlaufend als Begleitung zur eigenen Beratungstätigkeit. Sonst kann es leicht passieren, dass auch 500 oder noch mehr Beratungen nicht ausreichen, um ein „guter“ Astrologe zu werden.

Manche fürchten sich vor einer Supervision. Sie vermuten, es handle sich um eine Form der Kontrolle. Sie könnten sich blamieren und bleiben lieber allein mit ihren Gefühlen und Zweifeln. Wer aber schon einmal eine gute Supervision erlebt hat, weiß, dass es gar nicht darum geht, jemanden zu schwächen oder gar zu schmälern, sondern umgekehrt zu stärken und sicherer zu machen. Die Supervision ermöglicht uns, das, was der Klient uns im Spiegel vorhält, zu übersetzen und zu verstehen. Nicht mehr und nicht weniger. Sind Sie an Supervision interessiert? Oder sind Sie autodikatisch in Berührung mit der Astrologie gekommen, um möchten nun systematischer Astrologie lernen? Dann wenden Sie sich bitte an Helen Fritsch: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 040-280 509 50.

Gelesen 1899 mal Letzte Änderung am Samstag, 08 April 2017 03:43
Tweet
Bitte anmelden, um einen Kommentar zu posten