2011 25 Juli

Anschlag in Norwegen. Wenn die Gewalt zügellos explodiert

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Anschlag-OsloAls der Attentäter Anders Behring Breivik am Freitag in Oslo und auf der Insel Utoya seine abscheulichen Taten beging, war die Welt erschrocken von der Gewalt eines ideologisch verbrämten Einzeltäters, der sich als Retter Europas aufspielte und doch nicht mehr als ein Massenmörder ist.

Dieses Ereignis in Norwegen ist ein singuläres und erinnert doch an terroristische Anschläge von Organisationen, die davon leben, dass sie Angst verbreiten. Angst ist etwas, das dieser Anschlag von Breivik hinterlässt. Ist so etwas ein Einzelfall, wo lauert der nächste wahnwitzige Täter? Wollen wir hoffen, dass die Politik klug genug ist, nicht mit einer weiteren Einschränkung der Freiheitsrechte zu reagieren. In Zeiten von Pluto im Steinbock ist dies immer möglich. Man spricht gern bei Tätern wie Breivik von Zeitbomben. Jahrelang staut sich bei diesen Menschen die Aggression, wie besessen arbeiten sie auf ein Ziel, doch wann ist der Zeitpunkt für sie gekommen, „durchzudrehen“?

Mundan-astrologisch ist der Zeitpunkt des Massenmords einer, der Indizien für das Durchdrehen, das zügellose Herauslassen barbarischer Aggression bietet. Am 22. Juli um 15.25 begann der Terror von Breivik mit dem Zünden der Bombe in Oslo. Wir sehen eine Konstellation, die eine Parallele zum Anschlag auf das World Trade Center am 11.09.01 hatte: der Mars steht am absteigenden Mondknoten. Wie immer bin ich Verena Bachmann für ihre treffliche Vorausschau dankbar. In der Astrologie heute (Juni/Juli 2011) schrieb sie: Angestaute Aggressionen und nicht ausgetragene Konflikte aller Art könnten sich nun teilweise unangenehm bemerkbar machen. (...) Dort jedoch, wo nach wie vor versucht wird, die bisherigen Strukturen mit aller Macht aufrechtzuerhalten oder aber eine Veränderung mit Gewalt zu erzwingen, kann es jetzt zu unschönen Szenen kommen.“

Breivik hat uns gezeigt, wie zügellos Aggressionen in Zeiten eines Mars am absteigenden Mondknoten freigesetzt werden können

Gelesen 26128 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 25 April 2013 14:23
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Stefan Ringstorff

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5 Kommentare

  • Kommentar-Link Bettina Montag, 15 August 2011 18:36 gepostet von Bettina

    In der astrologischen Berechnung für das Ereignis am 22.7.2011 verstärkt aber doch der Mond deutlich den Aspekt zu Mars am absteigenden Knoten der Mondknoten-Achse, und bildet dieses blödsinnige Quadrat zur seelisch volkstümelnden Venus - beeinflussungsresistente Tieftaucherin, seelisch autonomer Schnorchler -.

    Die Achse Schütze - Zwillinge ist ja in ihrer labilen Undurchsichtigkeit auch problematisch. Der aufsteigende Schütze-Mondknoten, durch den sich die Schütze-Disposition, der Wunsch, Isolation und die kontaktlose Realität überwinden zu wollen, zu einem anzustrebendes Ziel verdichtet hat und der Mars am absteigenden Zwillinge-Mondknoten, der durch eine rationale Darlegung, Rechtfertigung und Belehrung, einen Kontakt im Geiste, eine Verbrüderung im Denken als legitime Ausgangs-Basis genommen hat.
    In Berufung auf alle politisch ideologischen Konzepte sozusagen.

    Hier auch ein Verbesserungsvorschlag:
    Offensichtlich ist, dass in Deutschland, wie in allen anderen Industrieländern auch, Depression als Krankheit beständig und langfristig zunimmt. Bei Menschen zum Beispiel, die nach 1944 geboren sind, ist die Wahrscheinlichkeit, irgendwann in ihrem Leben eine ernste Depression zu erleiden, dreimal größer als bei der Generation ihrer Großeltern.
    Vor dem Hintergrund dieser bedrohlichen emotionalen und sozialen Entwicklung erscheinen dann vielleicht die vereinzelten Gewaltverbrechen und das Auftreten von Skinhead-Gruppen als frühe Warnzeichen für Gefahren und als beunruhigende Mahnungen.
    All das macht es auch in Deutschland so dringlich, das emotionale Alphabet zu beherrschen. In unserem Zeitalter sind die Kräfte und Fähigkeiten des Herzens genauso lebenswichtig wie die des Kopfes. Rationalität und Mitgefühl müssen ins Gleichgewicht gebracht werden. Die Alternative wäre ein verelendeter Intellekt, ein Steuerruder, auf das in unserer sich so schnell und so komplex ändernden Gegenwart kein Verlass mehr ist. (...)
    Tagtäglich lesen wir Nachrichten über den Verfall von Höflichkeit und Sicherheit, über entfesselte bösartige Impulse. Doch darin spiegelt sich bloß in größerem Maßstab der Eindruck wider, dass in unserem Leben und dem unserer Mitmenschen die Emotionen außer Kontrolle geraten sind. Vor dieser unberechenbaren Flut von Gefühlsausbrüchen und ihren bedauerlichen Folgen ist niemand sicher; auf die eine oder andere Weise dringt sie in unser aller Leben ein. (...)
    Wir leben in einer Zeit, in der der Zusammenhalt der Gesellschaft sich immer schneller aufzulösen scheint, in der Egoismus, Gewalt und Niedertracht die Qualität unseres Gemeinschaftslebens zu untergraben scheinen. Was die "emotionale Intelligenz" so wichtig macht, ist der Zusammenhang zwischen Gefühl, Charakter und moralischen Instinkten. Vieles spricht dafür, dass ethische Gurndhaltungen im Leben auf emotionalen Fähigkeiten beruhen. Das Medium der Emotionen sind Impulse, und der Keim aller Impulse ist ein Gefühl, das sich unkontrolliert in die Tat umsetzt. Wer seinen Impulsen ausgeliefert ist - wer keine Selbstbeherrschung kennt -, leidet an einem moralischen Defizit: die Fähigkeit, Impulse zu unterdrücken, ist die Grundlage von Wille und Charakter. Demgegenüber beruht der Altruismus auf Empathie, auf der Fähigkeit, die Gefühlsregungen anderer zu erkennen; wo das Gespür für die Not oder Verzweiflung eines anderen fehlt, gibt es keine Fürsorge. Und wenn in unserer Zeit zwei moralische Haltungen nötig sind, dann genau diese: Selbstbeherrschung und Mitgefühl.

    Falls es eine Abhilfe gibt, dann kann sie nur darin bestehen, wie wir unsere Jugend auf das Leben vorbereiten. Derzeit überlassen wir die emotionale Bildung unserer Kinder dem Zufall, mit immer katastrophaleren Ergebnissen. Eine denkbare Lösung ist eine neue Auffassung davon, was die Schule für die Bildung des ganzen Schülers tun kann, indem sie Geist und Herz berücksichtigt

    Die Frage ist: Wie lässt sich Intelligenz in unsere Emotionen bringen - und Höflichkeit auf unsere Straßen und gegenseitige Fürsorge in unser Gemeinschaftsleben ?
    (Auszug - Daniel Goleman - Emotionale Intelligenz - 1995)
    Kann mich nicht entblöden, diesen insgesamt etwas zu langen, zu viel Worte machenden und zitierenden Kommentar auch noch zu posten.
    Ich wünsche allen Depressiven: Gute Besserung

  • Kommentar-Link Stefan Ringstorff Dienstag, 26 Juli 2011 14:11 gepostet von Stefan Ringstorff

    Danke für den Hinweis. Die Konstellation von Mars am absteigenden Mondknoten bleibt jedoch die selbe.

  • Kommentar-Link Bettina Dienstag, 26 Juli 2011 14:09 gepostet von Bettina

    Mm, in meinem Kommentar kommt "Imoökation" nicht von mocker = spötter. Es soll Implikation von Folgerung, Folgebeziehung, Verflechtung heißen. sorry.

  • Kommentar-Link Bettina Dienstag, 26 Juli 2011 13:57 gepostet von Bettina

    Möchte einmal zitieren, was Claude Weiss in seinem Buch "Pluto" schreibt und noch kleines Zitat von Dane Rudhyar assoziativ danebenstellen, nur zu Nachdenken. Mich erschreckt es insbesonders, wie junge Menschen so isoliert reaktionären und fundamentalistischen Argumenten aufsitzen/nachhängen. Claude Weiss "Pluto": (...)
    Die kardinale Spannungskonstellation von 2008 – 2015
    (...)Wenn die Menschheit bis dahin keine adäquate Lösung für die Spannung zwischen persönlichen Freiheiten und staatlichen Strukturen gefunden hat – ein Thema, welches mit Saturn Opposition Pluto bereits 2001 – 2002 ansteht – sind heftige Konfrontationen zwischen verschiedenen politischen Systemen angezeigt – dies mit der Gefahr eines Rufes nach dem starken Mann, was zu diktatorischen Vollmachten oder plutokratischen Systemen führen kann. Auch wenn wir davon ausgehen können, dass sich die Vergangenheit nie wiederholt, ist es interessant zu vermerken, dass wir bereits Anfang der dreißiger Jahre ähnliche Konstellationen hatten.
    (...) Der nächste Höhepunkt während der Zeit von Pluto in Steinbock ist dann 2020 gegeben, wenn Jupiter zusammen mit Saturn auf Pluto eine Konjunktion um 22 – 25 Grad Steinbock macht. Dieser folgt 2021 ein Quadrat zwischen Saturn und Uranus.
    Die Stellung von Pluto in Steinbock kann sowohl Korruption und Machtmissbrauch als auch das Anprangern und Bekämpfen solcher Praktiken symbolisieren. Allerdings laufen im Falle von Kontroversen beide Seiten Gefahr, aufgrund von Angst und Paranoia den Gegner als übermächtig und gefährlich zu erleben, so dass wegen dieser Dämonisierung wenig Bereitschaft für Kompromisse besteht. Bei primitiverer Ausprägung kommen Vorstellungen auf, man müsse mit Widersachern und Hindernissen radikal aufräumen, „damit die Welt wieder in Ordnung ist“. Im politischen Bereich ergibt dies die berüchtigten „Säuberungen“, die um so leichter durchzuführen sind, als man den Gegner zum Symbol des „Bösen“ oder Unwerten gemacht hat.
    Positive Entsprechungen dieses Transits sind andererseits die Ernsthaftigkeit, die dafür sorgt, dass sich die Menschen nicht mit Oberflächlichem zufriedengeben, sondern nach dem Wesentlichen Ausschau halten und auf faule Kompromisse verzichten. Überlebensinstinkte und -kräfte werden wach, und das Bewusstsein der eigenen Stärken und Schwächen nimmt zu. Vorhandene Gesellschaftsmodelle werden überprüft und wo erforderlich umgewandelt.
    Dane Rudhyar, aus "Aspekte":
    Dieses Zulassen hat bei jedem Schritt auf dem Weg eine andere Qualität und Imöokation - jeder Aspekt der involutionären Folge verlangt von uns eine andere Art von Kooperation oder zumindest von Nicht-Behinderung. Diese Nicht-Behinderung der umfassenden spontanen Prozesse wird um so schwieriger, je mehr man sich als isoliertes "Ich" oder Ego mit deutlich hervorstechenden Wünschen und Abneigungen empfindet. Dies ist verständlich, weil unsere Kultur die Konitionierung fördert, sich selbst als "ausgeprägten Individualisten" zu geben (was, wenn alle dies für sich reklamieren, einen gewissen Widerspruch in sich selbst bedeutet). Diese Konditionierung erschwert es, den natürlichen Prozessen gegenüber auf Gewalt zu verzichten; die Bereitschaft etwas zuzulassen, wird verunglimpft, weil sie mit Schwäche und Unentschiedenheit assoziert wird.

    ??
    Grüße!!

  • Kommentar-Link Ulrike Montag, 25 Juli 2011 23:47 gepostet von Ulrike

    Der Anschlag war am 22.7.2011.

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