2017 31 Mai

Auf Messers Schneide

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Parlamentswahlen in Frankreich

Emmanuel Macron und die Parlamentswahlen im Juni 2017

In der Mundanastrologie, jene Sparte der Astrologie, die sich mit weltlichen politischen Angelegenheiten befasst, werden Horoskope üblicher Weise klassich gedeutet. Der neu gewählte französicher Präsident Emmanuel Macron wurde am 21. 12. 1977, 10:40 in Amiens geboren. Zum Zeitpunkt der Wahlergebnisse (7. Mai 2017, 20:00 Uhr Paris) lief der Transit-Mond auf den Transit-Jupiter zu und bildete eine Konjunktion zu seinem nördlichen Mondknoten. Sicherlich verhalf ihm diese Konstellation im Wahlkampf gegen Marine Le Pen als Sieger hervorzugehen. Bei Ereigniss-Horoskopen kommt es vor allem auf die persönlichen Planeten und ganz besonders auf den Mond an dazu schrieb ich bereits detailliert im Artikel "La République en Marche. Die fünfte Französische Republik und Emmanuel Macrons Horoskop".  Gleichzeitig bildete aber Saturn eine Konjunktion zu seiner Sonne. Das heißt, die Schwierigkeiten kommen noch später. Bereits vor seiner Wahl als Präsident stand fest, dass es bei den Parlamentswahlen vom 11. und 18. Juni 2017 äußerst schwierig bis unmöglich sein wird, eine Mehrheit für seine Partei „République en marche“ (Anmerkung 2) zu erlangen. Doch aktuell, Ende April 2017, scheinen einige Umfragen in Frankreich, diese negative Prognose in Frage zu stellen. Macron erhält momentan viel Zustimmung. Aber was sagt die Astrologie dazu?

Parlamentswahlen im Juni 2017

Schaut man sich die Transithoroskope der Parlamentswahlen vom 11. und 18. Juni an, so steht der Mond an beiden Terminen, klassisch gesehen, in schwierigen Positionen, besonders am 11. Juni. Er läuft auf Pluto im 12. Haus zu. In der klassischen Astrologie, steht der Mond für das Volk. Es verheißt im zwölften Haus nichts Gutes. Er könnte die schwache Wahlbeteiligung bedeuten. Sicherlich zeigt er auch die allgemeine Unzufriedenheit des Volkes in Frankreich. Anderseits bildet der Mond um 20:00 Uhr ein Sextil zu Uranus und ein Trigon zu Macrons Mond, doch sind diese beiden Aspekte separativ. Das heißt, es besteht anfänglich Hoffnung, die jedoch nicht wirklich tragfähig ist. Es kann nur gelingen, wenn Macron die Macht des Schicksals innerlich akzeptiert und spürt, dass nicht alles von seiner Person abhängt (Transit-Mond Konjunktion Radix-Pluto und Transit-Pluto in Quadratur zum Radix-Pluto). Dies stellt nichts Sichtbares dar. Es geht wirklich nur um seine innere Einstellung. Bisher hat er seine Minister klug gewählt und geschickt versucht, die rechte Partei zu entmachten und die Linke zu zersplittern. Sicherlich eine effektive Taktik, um die Mehrheit zu erringen, koste es, was es wolle. Doch aus der astrologischen Perspektive genügt dies nicht. Die plutonischen Kräfte verlangen Echtheit. Astrologisch gesehen, befindet er sich tatsächlich auf einer Gratwanderung und kann nur bedingt Einfluss auf den Verlauf der Parlamentswahlen nehmen. Er sollte sich also nicht von seinen letzten Erfolgen blenden lassen. Das heißt, er darf durchaus weiterhin entschieden auftreten, ohne dabei jedoch überheblich zu wirken.

Es ist bisher nicht bekannt, wann die Wahlergebnisse veröffentlicht werden. Sicher ist nur, dass am 11. und 18. Juni die Wahllokale in den meisten Kommunen gegen 20:00 Uhr schließen.

Abgesehen vom Horoskop der Ergebnisse der Parlamentswahl zählt in der Mundanastrologie auch der letzte Aspekt des Mondes im Tierkreiszeichen, in dem er sich befindet. Hier sind die wichtigsten Aspekte des Mondes in seiner letzten Position im Steinbock (29°59'42'') aufgelistet. Wir sehen, dass er ein applikatives Sextil zu seinem MC bildet.

Damit kann es ihm auf jeden Fall gelingen, das Beste aus seiner Situation zu machen. Hilfreich sind auch der Transit-Merkur und die Transit-Venus, die jeweils in ihren Domizilen stehen, sowie die Transit-Mars-Konjunktion zu Jupiter. Doch sind das Quincunx zu Saturn und das Quadrat zu Chiron kein gutes Omen. Das bedeutet, dass sich bei den parlamentarischen Machtverhältnissen später, egal wie sie ausfallen, noch erhebliche Probleme ergeben werden.

Parlamentswahlen, Stundenhoroskop 11.06.17, Paris, 20:00 Uhr
Parlamentswahlen, Stundenhoroskop 11.06.17, Paris, 20:00 Uhr

Man sollte aber auch das Stundenhoroskop vom 11.06.2017, 20:00 Uhr Paris, siehe hier oben, betrachten. Für das Ergebnis steht das 10. Haus in der Jungfrau. Merkur ist ihr Herr und bildet ein applikatives Trigon zum Jupiter im 10. Haus. Dies würde wiederum ein klarer Erfolg anzeigen.

Am 18. Juni geht der Kampf für Macron weiter.

Nun ist er um eine Erfahrung reicher. Doch  steht der Transit-Mond, klassisch gedeutet, wieder geschwächt im Widder, in Opposition zu Pluto und dem nördlichen Mondknoten, die ihrerseits von Jupiter aspektiert sind. Die Konjunktion des Mondes mit dem südlichen Mondknoten zeigt, dass er sich in einer problematischen schicksalsmäßigen Situation befindet. Diesmal sind die Kämpfe anderseits offener und für jedermann klar zu erkennen. Es geht nicht mehr darum wie am 11. Juni, welchen Eindruck (der Mond bewegte sich zum AC) die Franzosen von ihm haben, sondern wie viel Substanz sein Parteiprogramm konkret aufweist (2. Haus – 8. Haus).

Schauen wir uns wieder die letzten Aspekte des Mondes im Widder und im 2. Haus an.

Letzte Mondaspekte im Widder

Wir sehen, der Transit-Mond bildet zuletzt einen applikativen Aspekt zu Jupiter und zu Saturn. Applikative Aspekte sind jene, die für die Zukunft wirklich zählen. Bemerkenswert ist zuvor der Übergang des Mondes über Uranus. Macron wird im letzten Moment für eine Überraschung sorgen und gleich danach das Maximum aus seiner Situation herausholen. Dieser Charakterzug zeigt sich schon in seiner Radix (Mond Opposition Uranus). Er wird die Welt mehr als einmal überraschen.

Auch hier wird das Stundenhoroskop, siehe hier unten, betrachtet. Eine Woche später zur gleicher Zeit am gleichen Ort steht erwartungsgemäß der MC wieder in der Jungfrau. Also noch einmal ist Merkur sein Herr. Dieser bildet ein bemerkenswert exaktes Sextil zum nördlichen Mondknoten auf 0,0°! Seine Reden und Auftritte überzeugen. Das Schicksal hilft ihm das zu erreichen, was er wollte und brauchte: Die parlamentarische Mehrheit unter ungewöhlichen Umständen. Der gespannte Mond im Widder und im Oppositon zu Jupiter stellt eine typische Konstellation bei großen Leistungen. Er zeigt auch, dass das VOLK (der Mond) jetzt erst recht viel von ihm erwartet...  Zu viel?

Parlamenstwahlen, Stundenhoroskp, 18.06.17, 20:00 Paris
Parlamenstwahlen, Stundenhoroskop, 18.06.17, 20:00 Paris

Fazit: Macron wird voraussichtlich mehr erreichen, als viele erwartet hätten, denn die Wahlen am 18. Juni verlaufen noch besser als die ersten am 11. Juni. Reicht es aber, um die Mehrheit im Parlament für sich zu gewinnen? Die Frage steht astrologische gesehen auf Messers Schneide, doch überwiegen letztlich die positiven Aspekte am Ende aller Betrachtungen. Der oben genannter Aspekt (Merkur-Sextil-nördlicher Mondknoten) auf 0,0 Grad des Stundenhoroskops gibt, meiner Meinung nach, den Ausschlag.

Aufmerksamkeit erregte seine Äußerung: Sein Land bräuchte keinen normalen, sondern einen „jupiterähnlichen“ Präsidenten (un président „jupitérien“). Unter diesem Ausdruck versteht man in Frankreich „einen gebieterischeren und entschiedenen“ Präsidenten. Bezeichnend ist, dass der Vergleich mit seinem Geburtsgebieter als Schütze übereinstimmt!

Mehr zu diesem Thema: La République en marche. Die Horoskope der 5. Französichen Republik und Emmanuel Macron
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Anmerkungen:
(1) Persönliche Planeten bilden bei Marine Le Pen kein Aspekt zum Saturn der 5. Republik. Im Artikel "La République en Marche. Die fünfte Französiche Republik und Emmanuel Macrons Horoskop" zeigte ich, warum bei Präsidentenwahlen in Frankreich es offensichtlich auf solche Aspekte ankommt.
(2) „En marche“ bedeutet so gut wie: im Gang, funktionierend, heil sein, fortschreitend, auf dem Weg zum Erfolg, im Vormarsch. Für Astrologen drängt sich die Assoziation: das bewegliche Feuer des Schützen auf!



 

Gelesen 2041 mal Letzte Änderung am Dienstag, 13 Juni 2017 11:05
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Helen Fritsch

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