2017 11 August
Typischer Vorurteil gegen die Astrologie. Falsche Aussage (11)
Typischer Vorurteil gegen die Astrologie. Falsche Aussage (11)

 

Diese Aussage ist falsch. Zunächst muss man wissen, dass in der Antike die Astrologen und Astronomen kein getrenntes „Volk“ waren, sondern jeder sich mit beiden Wissenschaften befasste und nach damaliger Überzeugung auch befassen musste. Die Leute, die den tropischen Tierkreis in die Astrologie einführten, allen voran Ptolemäus, hatten sowohl von Astronomie als auch von Astrologie sehr viel Ahnung. Sie wussten von der Präzession und waren sich sehr im Klaren darüber, was sie taten. Die Einführung des tropischen Tierkreises geschah nach der Entdeckung der Präzession der Tagundnachtgleichen (also der Wanderung des Frühlingspunktes durch die Sternbilder) durch Hipparchos im 2. Jh. v. Chr. Einen Zusammenhang zwischen den Tierkreiszeichen und den Jahreszeiten hatte man indes schon zuvor angenommen. Im damaligen geozentrischen Weltbild waren die Jahreszeiten (bzw. der durch Himmelsäquator und Ekliptik definierte tropische Tierkreis) als absolutes Bezugssystem völlig vernünftig. Nicht der Frühlingspunkt bewegte sich aus damaliger Sicht durch den Sternenhimmel, sondern die Sterne bewegten sich langsam durch den Tierkreis. Diese Betrachtungsweise ist für die Astrologie auch heute noch sinnvoll, weil für das Horoskop ja nur der „subjektive“ geozentrische Gesichtspunkt zählt (s. Vorurteil 6).

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2017 29 Juli
Astrologie-Vorurteil_10
Astrologie-Vorurteil_10

 

Diese Aussage ist falsch.  Nach der jahrzehntelangen stereotypen Wiederholung dieses Vorurteils hat inzwischen auch der letzte Astrologe davon gehört und dafür nur noch ein Gähnen übrig. Auch die Theorie vom „Wassermannzeitalter“ – was immer man von ihr halten mag – kann nur von Leuten kreiert worden sein, die wissen, dass der tropische Widderpunkt sich natürlich keineswegs (mehr) in der Konstellation Widder befindet, sondern sich gegenwärtig auf die Konstellation Wassermann zubewegt.

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Typische Vorurteile gegen die Astrologie (1)
Typische Vorurteile gegen die Astrologie (2)
Typische Vorurteile gegen die Astrologie (3)
Typsiche Vorurteile gegen die Astrologie (4)
Typische Vorurteile gegen die Astrologie. Falsche Aussage (5)
Typische Vorurteile gegen die Astrologie. Falsche Aussage (6)
Typische Vorurteile gegen die Astrologie. Falsche Aussage (7)
Typische Vorurteile gegen die Astrologie. Falsche Aussage (8)
Typische Vorurteile gegen die Astrologie. Falsche Aussage (9)
Typische Vorurtele gegen die Astrologie. Falsche Aussage (11)

 

 

 

2017 12 Juli


       Vorurteil gegen die Astrologie (9)
Vorurteil gegen die Astrologie (9)


Diese Aussage ist falsch.
Das Vorurteil beruht auf der Tatsache, dass der Frühlingspunkt (also der Ort am Himmel, an dem sich die Sonne bei Frühlingsbeginn befindet) infolge einer Torkelbewegung der Erdachse seine Position, bezogen auf den Fixsternhimmel, langsam verändert und einmal in ca. 26.000 Jahren eine vollständige Kreisbewegung um den Himmel vollführt. Der astrologische Tierkreis beginnt beim Frühlingspunkt und somit ca. um den 21. März mit dem Widder. Man nennt diesen Tierkreis den tropischen. Davon zu unterscheiden ist der Fixsterntierkreis, der aus 12 Fixsternkonstellationen besteht, die ebenfalls die Namen „Widder“, „Stier“ usw. tragen. Infolge der soeben beschriebenen Bewegung des Frühlingspunktes (genannt: Präzession) driften die beiden Tierkreise langsam auseinander. Vor 2000 Jahren deckten sie sich ungefähr. Das Präzessionsargument lässt sich in vier weitere Vorurteile untergliedern:

1. Die Astrologen wissen nicht, dass die Tierkreiszeichen, mit denen sie arbeiten, sich heute nicht mehr mit den Fixsternbildern decken.
Falsch.
Nach der jahrzehntelangen stereotypen Wiederholung dieses Vorurteils hat inzwischen auch der letzte Astrologe davon gehört und dafür nur noch ein Gähnen übrig. Auch die Theorie vom „Wassermannzeitalter“ – was immer man von ihr halten mag – kann nur von Leuten kreiert worden sein, die wissen, dass der tropische Widderpunkt sich natürlich keineswegs (mehr) in der Konstellation Widder befindet, sondern sich gegenwärtig auf die Konstellation Wassermann zubewegt.

2. Der tropische Tierkreis wurde von den Astrologen aus purer Ignoranz in die Astrologie eingeführt.
Falsch
. Zunächst muss man wissen, dass in der Antike die Astrologen und Astronomen kein getrenntes „Volk“ waren, sondern jeder sich mit beiden Wissenschaften befasste und nach damaliger Überzeugung auch befassen musste. Die Leute, die den tropischen Tierkreis in die Astrologie einführten, allen voran Ptolemäus, hatten sowohl von Astronomie als auch von Astrologie sehr viel Ahnung. Sie wussten von der Präzession und waren sich sehr im Klaren darüber, was sie taten. Die Einführung des tropischen Tierkreises geschah nach der Entdeckung der Präzession der Tagundnachtgleichen (also der Wanderung des Frühlingspunktes durch die Sternbilder) durch Hipparchos im 2. Jh. v. Chr. Einen Zusammenhang zwischen den Tierkreiszeichen und den Jahreszeiten hatte man indes schon zuvor angenommen. Im damaligen geozentrischen Weltbild waren die Jahreszeiten (bzw. der durch Himmelsäquator und Ekliptik definierte tropische Tierkreis) als absolutes Bezugssystem völlig vernünftig. Nicht der Frühlingspunktbewegte sich aus damaliger Sicht durch den Sternenhimmel, sondern die Sterne bewegten sich langsam durch den Tierkreis. Diese Betrachtungsweise ist für die Astrologie auch heute noch sinnvoll, weil für das Horoskop ja nur der „subjektive“ geozentrische Gesichtspunkt zählt (s. Vorurteil 6).

3. Die Tierkreisastrologie arbeitete ursprünglich mit den Fixsternkonstellationen.
Falsch. Die Fixsternbilder haben nie einer Tierkreisastrologie gedient, wie wir sie heute kennen. Die ersten Ansätze zur Tierkreisastrologie finden wir erst bei den Griechen (und Ägyptern), etwa zu der Zeit, als auch die Präzession entdeckt wurde. Die Griechen haben im Übrigen mit den Fixsternkonstellationen nie astrologisch gearbeitet. Statt der ungleich großen Sternbilder verwendeten sie teils den tropischen Tierkreis, teils einen schon von den Babyloniern eingeführten imaginären, an einzelnen Fixsternen fixierten Tierkreis. Dieser sog. siderische Tierkreis bestand aus 12 Zeichen zu je 30 Grad und wurde ebenfalls als mit den Äquinoktien harmonierend erachtet. Die astrologischen Qualitäten der Tierkreiszeichen, wie wir sie heute kennen, wurden am tropischen Tierkreis erarbeitet, teilweise allenfalls auch am siderischen zu einer Zeit, als dieser sich mit dem tropischen noch deckte. Die Fixsternbilder dienten vielmehr anderen Zwecken: der Orientierung bei der Seefahrt, der Feststellung der Jahreszeiten, der Auffindung von Planeten am Himmel. Fazit: Die Sternbilder waren noch nie (!) relevant für astrologische Aussagen über einen menschlichen Charakter, nicht einmal bei den alten Babyloniern!

4. Tierkreiszeichenastrologie müsste, wenn etwas an ihr dran wäre, auf den „realen Sternkonstellationen“ beruhen.
Falsch.
Diese Aussage ist eine dogmatische, nicht eigentlich begründbare Behauptung, die auf Unkenntnis der Philosophie hinter dem astrologischen Tierkreis beruht. Die Astrologie geht davon aus, dass alle Entwicklung zyklischer Natur ist und sich in 12 Phasen vollzieht, die den 12 Tierkreiszeichen entsprechen. Dieser archetypische Tierkreis kann auf alle möglichen natürlichen Zyklen projiziert werden, auf den Jahreslauf der Sonne, woraus sich der tropische Tierkreis ergibt, auf die Erdrotation, woraus sich der Kreis der zwölf Häuser ergibt, und potenziell auch auf andere Kreise. Dabei ist der Widder dem Haus seiner Bedeutung nach analog, der Stier dem 2. Haus, usw. Der Jahreslauf der Sonne ist also nur ein möglicher Kreis, auf den sich die zwölf archetypischen Phasen zyklischer Entwicklungen projizieren lassen.

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Typische Vorurteile gegen die Astrologie (10)
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2017 07 Juli

 

 

Astrologie-Vorurteil_8. Physikalische Kräfte der Planeten erreichen die Erde nicht
Astrologie-Vorurteil_8. Physikalische Kräfte der Planeten erreichen die Erde nicht

 

Diese Aussage ist falsch. Erstens kann man nicht voraussetzen, dass die Astrologie behauptet, ihr lägen bekannte physikalische Kräfte zugrunde. Und zweitens kann aus der Tatsache, dass eine physikalische Erklärung für astrologische „Wirkung“ gegenwärtig nicht gegeben werden kann, nicht zwingend geschlossen werden, astrologische „Wirkung“ sei nicht möglich ... Der Einwand ist auch insofern voreilig, als der Astronom Percy Seymour in den 80er-Jahren versucht hat, astrologische Wirkung aufgrund von Gravitation und Elektromagnetismus im Sonnensystem kausal zu erklären. Seine Theorie wurde von der Gemeinschaft der Astronomen nie unvoreingenommen überprüft. Vor allem aber geht der Einwand insofern am Problem vorbei, als seriöse Astrologen, wie erwähnt, nicht von einer kausalistischen Begründung der Astrologie ausgehen, sondern sich eher an einem synchronistischen Ansatz à la C. G. Jung orientieren (bzw. dem Analogiegesetz folgen: wie oben so unten) – oder allenfalls einen Ansatz befürworten, der sich mehr an die Logik der Quantenphysik hält. Wie auch immer – die Astrologen werden auf dieses Vorurteil so antworten: Wenn die Astrologie auf dem Wege der klassischen Physik nicht erklärbar ist, dann funktioniert sie eben auf eine andere Weise. Dass sie funktioniert, dafür haben wir deutliche Evidenzen.

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Typische Vorurteile gegen die Astrologie (1)
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Typische Vorurteile gegen die Astrologie (10)
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2017 01 Juli
Vorurteil gegen die Astrologie_Nur physikalisch und astronomisch Ungebildete glauben an Astrologie
Vorurteil gegen die Astrologie_Nur physikalisch und astronomisch Ungebildete glauben an Astrologie

 

Diese Aussage ist falsch. Eine in der Astronomie-Zeitschrift „Sterne und Weltraum“ publizierte Umfrage unter Planetariumsbesuchern ergab, dass zwischen der astronomischen Bildung und dem „Glauben“ an die Astrologie keinerlei Korrelation besteht. In Wahrheit gibt es sogar Astronomen, die sich zur Astrologie bekennen. Percy Seymour lehrt am Plymouth Polytechnic und ist Direktor des William Day Planetarium in Plymouth. Er ist Mitglied sowohl der Royal Astronomers Society als auch der Astrological Association von England. Er hat sogar ein Buch geschrieben, in dem er sich um eine astronomische Rechtfertigung der Astrologie bemüht. Ein anderes Beispiel ist Victor Mansfield, Professor für Physik und Astronomie an der Colgate University. Er hat einen Artikel über die Astrologie im Lichte der Quantenphysik geschrieben. Auch der bekannte deutsche Physiker C. F. von Weizsäcker hat sich öffentlich zur Astrologie bekannt. Alois Treindl, der Gründer von „Astrodienst Zürich“, der computergenerierten Persönlichkeitsanalysen verkauft, ist Doktor der Physik (der Autor selbst bewies seine Kenntnisse in Himmelsmechanik als Programmierer der Swiss Ephemeris von Astrodienst, welche die Berechnungen des Astronomical Almanach auf die letzte Kommastelle genau reproduziert). Alois Treindl wurde übrigens 2016 mit dem Goldenen Jupiter-Preis vom Deutschen Astrologen-Verband geehrt.

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